Verband fordert mehr Anreize für Verkehrsverlagerung auf Schiff und Schiene


DUISBURG | Die Binnenschifffahrt fordert angesichts der erwarteten Zunahme des Güterverkehrs auf der Straße eine „nachhaltige Verkehrspolitik“ unter starker Beteiligung von Schiff und Schiene.

Es sei Aufgabe der Verkehrspolitik, Straße, Schiene und Wasserstraße sinnvoll miteinander zu vernetzen und Anreize für eine Verkehrsverlagerung zu setzen, teilte der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) am Mittwoch in Duisburg mit: „Ein ‚Laissez-faire‘-Szenario ohne Verkehrslenkung würde zu weiteren Dauerstaus und Flächenfraß führen und wäre klimapolitisch ein Desaster.“

Hintergrund ist die in der vergangenen Woche vorgestellte Prognose im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums, wonach bis 2051 der Güterverkehr im Vergleich zu 2019 um fast die Hälfte zunehmen wird. Auf der Straße wird mit einem Zuwachs um 54 Prozent gerechnet, der Güterverkehr auf der Schiene wird demnach um ein Drittel zunehmen, während die Wasserstraße stagniere.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) solle jetzt „so schnell wie möglich“ den Dialog mit dem BDB „für eine wirksame Verkehrswende“ aufnehmen, forderte der Verband. Der 2019 vorgelegte „Masterplan Binnenschifffahrt“ des Ministeriums biete hierfür gute Ansätze. „Zu nennen ist etwa die verstärkte Verlagerung von übergroßen und schweren Stückgütern auf das Wasser oder die Ertüchtigung der Schifffahrt für kleinere Ladungspartien“, erklärte BDB-Präsident Martin Staats.


dpa / EVN