ÖPNV-Strategie 2030 für Bayern – Bernreiter: „Deutschlandticket allein wird Herausforderungen nicht lösen“


MÜNCHEN | Bayern will beim ÖPNV nachbessern: Damit das gelingt, haben das Verkehrsministerium und der Zukunftsrat ÖPNV, bestehend aus Vertretern von Kommunen, Politik, Verkehrsunternehmen und Interessensverbänden, einen gemeinsamen Fahrplan erarbeitet.

  PTO   Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter hat die ÖPNV-Strategie 2030 am Donnerstag mit Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß, der Betriebsleiterin von das Stadtwerk.Mobilität Regensburg, Sandra Schönherr, und dem schwäbischen Busunternehmer Josef Brandner vorgestellt.

„Wir wollen die Zahl der Fahrgäste im ÖPNV bis 2030 deutlich steigern. Hier in Bayern ziehen alle Beteiligten an einem Strang, damit wir unsere gemeinsamen Ziele erreichen“, so Minister Bernreiter. „Das Deutschlandticket allein wird unsere Herausforderungen nicht lösen. Zwar werden viele Pendlerinnen und Pendler in den Ballungsräumen davon profitieren, sehr viel weniger aber der ländliche Raum. Besser wäre es, das Geld in den Ausbau von Bus und Bahn zu investieren. An erster Stelle brauchen wir eine leistungsfähige Infrastruktur, dann ein attraktives Angebot und schließlich einen angemessenen Tarif mit einfachem Vertrieb. Ein umfassendes und gutes Mobilitätsangebot, das alle Verkehrsmittel einbezieht ist die Basis für hervorragende Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land.“

Die ÖPNV-Strategie 2030 umfasst sechs Handlungsfelder mit konkreten Maßnahmen. Beispiele daraus sind:

A) Infrastruktur und Fahrzeuge

  • Ausbau und Ertüchtigung der Infrastruktur für Bus und Bahn
  • Erweiterung der Fahrzeugflotten (zum Beispiel 20.000 Busse bis 2030 im Vergleich zu circa 13.000 heute)

B) Angebot und Vernetzung

  • Anschlussmanagement mit abgestimmten Fahrplänen und möglichst kurzen Umsteige- und Wartezeiten
  • Ausweitung der Bedienzeiträume und Verdichtung der Taktverkehre

C) Tarif, Vertrieb und Kommunikation

  • Etablierung einfacher, durchgängiger Tarife in Bayern
  • Unkomplizierter Fahrscheinverkauf als Voraussetzung für einfachen Zugang zu Bus und Bahn

D) Digitalisierung und Innovation

  • Vernetzung von Verkehrsmitteln und Mobilitätsangeboten für durchgehende Wegeketten
  • Plattform für Mobilitätsdaten zur Entwicklung von smart vernetzten Angeboten

E) Organisation

  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren im ÖPNV
  • Unterstützung für Initiativen gegen Fachkräftemangel

F) Finanzierung

  • Vereinfachung von Zuweisung und Abruf finanzieller Mittel
  • Überarbeitung und bei Bedarf Anpassung der Förderprogramme

Startschuss für die Arbeit an der Strategie war der ÖPNV-Gipfel im Jahr 2019. Seitdem haben die Fachleute in fünf Arbeitsgruppen einen Fahrplan mit zahleichen konkreten Maßnahmen entwickelt, der auf der bisherigen Arbeit der Kommunen, Verkehrsunternehmen und Interessensverbände aufbaut.

Minister Bernreiter: „Neben der deutlichen Steigerung der Fahrgastzahlen wollen wir natürlich auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wenn die von uns beschriebenen Maßnahmen umgesetzt sind, können wir mit einem Rückgang des CO2-Ausstoßes um etwa drei Millionen Tonnen pro Jahr in Bayern rechnen und gehen von einer Verlagerung der Verkehrsleistung von über 12 Prozent vom Auto zum ÖPNV aus. Allerdings kostet das viel Geld und wir alle wissen, dass wir aktuell vor allem damit zu kämpfen haben, den Status Quo aufrecht zu erhalten. Natürlich wird sich der Freistaat weiter an der Finanzierung des ÖPNV beteiligen. Entscheidend wird aber sein, dass der Bund sich zukünftig mehr zum Ausbau des ÖPNV bekennt, die Regionalisierungsmittel weiter deutlich erhöht und seinen Pflichten nachkommt wie etwa bei der Digitalisierung des Bahnnetzes, der Elektrifizierung von Bahnstrecken oder der Barrierefreiheit von Bahnstationen!“


Textquelle: StMB
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