Bayern: Abgeordnete wirft CSU Boykott bei Einführung von 49-Euro-Ticket vor


WÜRZBURG / MÜNCHEN | Kerstin Celina (Grüne), Abgeordnete im Bayerischen Landtag, hat der Regierungspartei CSU eine Verweigerungshaltung im Bezug auf das geplante Deutschlandticket vorgeworfen.

„Die CSU-Bayern boykottiert die Einführung des 49-Euro-Tickets zum Januar 2023“, schrieb die Grünen-Politikerin am Freitag in einem Facebook-Post. „Die Berufspendler*innen, die jeden Monat ein Monatsticket von Würzburg nach Schweinfurt kaufen müssen, zahlen also wegen der CSU und der Freien Wähler in Bayern jeden Monat 171 Euro mehr. Ich nenne das: CSU-gemachte Inflation.“

Berufspendler, die Bus und Bahn nutzen, müssten bislang 220 Euro für eine Monatsfahrkarte zwischen Würzburg und Schweinfurt zahlen. Mit dem kommenden Deutschlandticket würden sie demnach 171 Euro sparen – aber erst später, nicht schon zum Jahreswechsel.

Das bundesweit nutzbare Nahverkehrsticket mit einem Einführungspreis von 49 Euro im Monat soll an die beliebten 9-Euro-Tickets aus dem Sommer anknüpfen. Der ursprünglich für Januar geplante Starttermin ist nicht mehr zu realisieren. Mit einer Einführung wird nun ab dem 1. März gerechnet. Bund und Länder haben vereinbart, das Angebot jeweils zur Hälfte zu finanzieren. Angesetzt wurden dafür insgesamt drei Milliarden Euro pro Jahr, um Einnahmeausfälle bei Verkehrsanbietern auszugleichen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) beklagte vor wenigen Wochen ganz grundsätzlich, dass nun ein 49-Euro-Ticket kommen solle – obwohl Berechnungen zuvor ergeben hätten, dass das Angebot eigentlich teurer sein müsste. „Machbar wäre ein 69-Euro-Ticket, man will aber ein 49-Euro-Ticket“, sagte er damals. Deshalb müsse es am Ende so sein, dass sich Bund und Länder wirklich alle Kosten teilten, verlangte Bernreiter. Für den Landesverkehrsminister gebe es bezogen auf das Deutschlandticket noch viele offene Fragen – unter anderem im Umgang mit dem Schülerverkehr.


EVN

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