Grünen-Chefin fordert „dauerhaftes 49-Euro-Ticket“ – Lang: Finden gemeinsamen Weg mit den Ländern


BERLIN | Die Grünen im Bund haben sich auf ein Nachfolge­modell für das 9-Euro-Ticket festgelegt. Der Preis soll unter 50 Euro liegen.

„Mein Ziel ist ein bundesweites, dauerhaftes 49-Euro-Ticket“, sagte Grünen-Chefin Ricarda Lang den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Für Menschen mit kleinem Einkommen – Grund­sicherungs­empfänger oder Schülerinnen etwa – könnte es dabei besondere Angebote geben.“ Lang rechnet fest mit einer Verständigung zwischen Bund und Ländern. „Ich bin davon überzeugt, dass wir einen gemeinsamen Weg mit den Ländern finden“, sagte sie. „Das neue Ticket muss dabei Hand in Hand gehen mit mehr Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr.“

Lang erinnerte an die Koalitions­vereinbarung, in den nächsten Jahren 1,5 Milliarden Euro zusätzlich in den Schienen­verkehr zu investieren. „Das muss nun schnell umgesetzt werden.“ Um die Klimaziele zu erreichen, brauche es aber weitere Schritte.

Als Beispiele nannte die Grünen-Chefin eine Reform des Dienst­wagen­privilegs, die Einführung eines Bonus-Malus-Systems für Autos und eine Änderung des Straßen­verkehrs­gesetzes. Lang mahnte, es sei entscheidend, dass „jedes Ministerium das Klima­schutz­sofort­programm ernst nimmt, das wir im Koalitions­vertrag verankert haben“.

Die Ampelkoalition hatte sich am vergangenen Sonntag auf ein drittes Entlastungs­paket zur Unterstützung der Menschen angesichts steigender Preise verständigt. Teil des 65 Milliarden Euro schweren Gesamt­pakets ist auch ein neues bundesweit gültiges Nahverkehrs­ticket – ähnlich dem 9-Euro-Ticket in den Monaten Juni, Juli und August. Der Preis des künftigen Sondertickets soll den Plänen nach bei 49 bis 69 Euro pro Monat liegen. Ungeklärt ist bislang weiter die genaue Finanzierung, da der Bund sich nur an der Hälfte der Kosten beteiligen will. Die Länder sind damit nicht einverstanden. Baden-Württembergs Finanz­minister Danyal Bayaz (Grüne) sprach im Spiegel sogar von einem vergifteten Angebot.


EVN / dts Nachrichtenagentur | Foto: EVN
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