AfD-Verkehrspolitiker: Versorgung mit grünem Wasserstoff „Fiktion“


BERLIN | Der AfD-Verkehrspolitiker Dirk Spaniel hat die Fokussierung der Bundesregierung auf grünen Wasserstoff als künftigen Energieträger kritisiert.

„Die Idee, den Energiebedarf eines modernen Industriestaats wie Deutschland mit grünem Wasserstoff zu versorgen, ist eine Fiktion“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Probleme der Speicherung von Wasserstoff seien seit 30 Jahren unverändert und ungelöst. Spaniel hat seine Doktorarbeit über Brennstoff­zellen­fahrzeuge geschrieben und für Daimler gearbeitet.

Er wies darauf hin, dass Wasserstoff, um ihn in flüssiger Form aufzubewahren oder zu transportieren, auf -253 Grad gekühlt und isoliert werden muss. Im gasförmigen Zustand gebe es das Problem der Diffusion (Durchdringung) durch Metall, das nur mit speziell legierten und geschweißten Verbindungen gelöst werden könne. Wasserstoff muss seinen Angaben zufolge außerdem mit großem Energieaufwand und unter hohem Druck komprimiert werden, um ausreichende Mengen zu transportieren, da er im Volumen eine geringe Energiedichte hat.

„All das macht Transport und Speicherung kompliziert und teuer“, sagte Spaniel. Mit Blick auf Fahrzeug­antriebe sprach er sich für synthetische Kraftstoffe aus. Diese seien der einzig gangbare Weg, um die Speicher- und Transport­probleme zu überwinden.

Die Bundesregierung setzt auf grünen – also mit Hilfe von Wind- oder Sonnenenergie hergestellten – Wasserstoff als Energieträger der Zukunft und investiert Milliarden in die Forschung. Bundes­forschungs­ministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) reist dafür an diesem Montag auch nach Australien. „Meine Vision ist, dass schon in wenigen Jahren Schiffe beladen mit grünem Wasserstoff, erzeugt mit Hilfe der Energie der Sonne und des Windes in Australien, in Deutschland anlegen“, hatte sie gesagt.


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