Griechenland will alte Pendolino-Züge nutzen


ATHEN | Die früheren Pendolino-Züge vom Typ ETR 470, die von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) aufgrund der hohen Pannenanfälligkeit ausgemustert wurden, könnten schon bald in Griechenland zum Einsatz kommen.

Die Zulassung der fünf noch betriebsfähigen Züge steht aber noch aus, wie die Griechenland Zeitung berichtet. Dem Bericht zufolge plant das griechische Eisenbahnunternehmen TrainOSE, eine Tochter der italienischen Staatsbahn, die Nutzung der gut 25 Jahre alten Triebfahrzeuge. Gebaut wurden zwischen 1994 und 1997 insgesamt zehn Züge – ein Prototyp und neun Serienfahrzeuge. 2014 wurde die Baureihe von der SBB ausrangiert, weil häufige Technikprobleme den Betrieb schwierig machten.

Kritik an dem Vorhaben, die alten Züge in Griechenland zu nutzen, kommt unter anderem vom Verkehrspolitiker Nikolaos Pappas (SYRIZA). Die Liste der Fälle, in denen es zum Beispiel zu Bränden in oder am Pendolino kam, sei recht lang, in einem Fall seien sogar drei Passagiere mit Verdacht auf Rauchvergiftung behandelt worden, berichtet die Zeitung. Auch der ehemalige Vorstandssekretär der Cisalpino AG, Walter Finkbohner, warnte gegenüber dem Nachrichtenportal Investigative Europe mit den Worten: „Finger weg von diesen Zügen.“

Laut dem Zeitungsbericht sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Jedoch habe die Eisenbahn­regulierungs­behörde RAS dem SYRIZA-Blatt Avgi zufolge angekündigt, dass sie die ETR 470-Züge genehmigen werde.


EVN | Foto: Alfenaar (Archiv)
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