Bahnen und Politik feiern neue Direktverbindung Prag–Berlin–Kopenhagen

Mit einem neuen EU-Pilotprojekt sind Prag, Berlin und Kopenhagen seit Mitte Juni erstmals durch eine direkte Bahnverbindung ohne Umstieg miteinander verbunden.

Die Deutsche Bahn hat gemeinsam mit der České dráhy (ČD) und der DSB ein neues grenzüberschreitendes Bahnangebot zwischen Prag, Berlin und Kopenhagen in Betrieb genommen. Seit dem 14. Juni verkehren auf der Strecke zwei tägliche Zugpaare in beide Richtungen sowie zusätzlich eine saisonale Nachtverbindung. Das Projekt gilt als erstes erfolgreich gestartetes Pilotvorhaben aus zehn von der Europäischen Kommission unterstützten Initiativen zur Verbesserung des internationalen Schienenverkehrs. An diesem Freitag wurde am Berliner Hauptbahnhof die Inbetriebnahme des EU-Pilotprojekts feierlich gewürdigt.

Mit der neuen Verbindung sollen Hindernisse im grenzüberschreitenden Bahnverkehr abgebaut und klimafreundliche Mobilitätsangebote in Europa gestärkt werden. Reisende können die drei europäischen Hauptstädte nun ohne Umstieg direkt per Bahn erreichen. Die planmäßige Reisezeit beträgt rund sieben Stunden zwischen Kopenhagen und Berlin sowie etwa elf Stunden zwischen Kopenhagen und Prag.

Die Züge verkehren über wichtige Verkehrsknotenpunkte in Deutschland und Skandinavien, darunter Hamburg, Schleswig, Kolding und Odense in Richtung Norden sowie Dresden, Bad Schandau und Děčín in Richtung Tschechien. Ergänzt wird das Angebot durch eine saisonale Nachtverbindung zwischen Kopenhagen und Prag, die bis Ende August angeboten wird.

Zum Einsatz kommt der ComfortJet der ČD. Der Fernzug bietet 555 Sitzplätze, darunter 99 in der 1. Klasse, und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h. Zur Ausstattung zählen unter anderem WLAN, ein Bordrestaurant, mobilfunkdurchlässige Scheiben, ein Kinderkino sowie Fahrradstellplätze und barrierefreie Zugangsmöglichkeiten.

Die Deutsche Bahn sieht das Projekt als Teil einer umfassenderen europäischen Ausbauoffensive im Fernverkehr. Weitere von der EU unterstützte Direktverbindungen sollen in den kommenden Jahren unter anderem zwischen München, Mailand, Rom sowie perspektivisch zwischen Berlin, Kopenhagen und Oslo entstehen.

EVN