GoVolta will Hamburg-Angebot offenbar beenden und Berlin-Verkehr ausbauen

Der Zuganbieter GoVolta reagiert einem Medienbericht zufolge auf unterschiedliche Nachfrageentwicklungen: Während die Berlin-Verbindung ausgebaut werden soll, ist offenbar die Einstellung des Verkehrs nach Hamburg geplant.

Der niederländische Zuganbieter GoVolta verstärkt offenbar sein Angebot zwischen Amsterdam und Berlin und zieht sich gleichzeitig aus dem Verkehr nach Hamburg zurück. Das berichtet European Rail Timetable. Erst im März hatte das Unternehmen den Betrieb mit mehreren Zugfahrten pro Woche nach Berlin Gesundbrunnen und Hamburg-Harburg aufgenommen.

Laut dem Bericht erklärte das Unternehmen, dass die Züge nach Berlin nahezu vollständig ausgelastet seien – durchschnittlich würden rund 600 Fahrgäste befördert werden. Deshalb soll das Berlin-Angebot ab Juli auf sechs Verkehrstage pro Woche ausgeweitet werden, lediglich dienstags soll keine Fahrt stattfinden. Die Nachfrage nach Hamburg habe dagegen deutlich unter den Erwartungen gelegen.

Als Grund für die starke Nachfrage nach Berlin nennt GoVolta die begrenzten Kapazitäten auf der Strecke Amsterdam–Berlin. Seit der Umstellung früherer Intercity-Verbindungen auf ICE-Züge mit geringerer Sitzplatzanzahl seien Tickets knapper geworden, hieß es.

Die Hamburg-Verbindungen werden dem Bericht zufolge bereits ab Mitte Mai reduziert und im Juni vollständig eingestellt. Betroffene Fahrgäste sollen vorübergehend mit Ersatzbussen befördert werden. Hintergrund des Rückzugs ist auch das Scheitern einer geplanten Zusammenarbeit mit Keolis, das ursprünglich Züge und Personal bereitstellen sollte. GoVolta beauftragte daraufhin Train Charter Services mit dem Betrieb.

Trotz des Rückzugs aus Hamburg will GoVolta wohl an Expansionsplänen festhalten. Für Dezember ist weiterhin der Start einer neuen Verbindung zwischen Amsterdam und Paris vorgesehen.

Wir haben das Unternehmen ebenfalls um eine Stellungnahme gebeten, bis zum Donnerstagabend gab es noch keine Antwort.

EVN