Pro Bahn fordert einheitliche Mobilitätskarte für Nah- und Fernverkehr

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert Einschränkungen bei der digitalen Bahncard 100 und spricht sich für ein bundesweit nutzbares, flexibles Ticketsystem aus.

Pro Bahn hat die Umsetzung der digitalen Bahncard 100 grundsätzlich begrüßt, zugleich jedoch deutliche Kritik an der aktuellen Ausgestaltung geäußert. Nach Angaben des Fahrgastverbands fehle es insbesondere an flexiblen Nutzungsmöglichkeiten und einer verlässlichen Rückfallebene bei technischen Problemen.

Kritisch bewertet Pro Bahn die derzeitige Bindung des Tickets an ein einzelnes Endgerät oder Ausgabeformat. Diese Form des sogenannten „media-based ticketing“ schränke die Nutzung erheblich ein, etwa bei Geräteausfällen oder beim Wechsel zwischen verschiedenen Endgeräten.

Als Alternative schlägt der Verband die Einführung eines „account-based ticketing“-Systems vor. Dabei wäre das Ticket an ein persönliches Nutzerkonto gebunden und könnte unabhängig vom Endgerät flexibel genutzt werden. In diesem Zusammenhang fordert Pro Bahn zudem eine bundesweit einheitliche Mobilitätskarte, auf der verschiedene Angebote wie Bahncard, Deutschlandticket oder Sparpreise gebündelt werden können.

Darüber hinaus plädiert der Verband für eine kundenfreundlichere Kontrolle: Fahrgäste, die ihr digitales Ticket nicht vorzeigen können, sollten unbürokratisch überprüft werden, ohne dass automatisch ein Verfahren wegen Schwarzfahrens eingeleitet wird.

Foto: Pro Bahn

EVN