Erster Siemens-Metrozug für Flughafenlinie in Sydney eingetroffen

Der erste von zwölf vollautomatisierten Metrozügen für die neue Verbindung zum Western Sydney International Airport ist in Australien eingetroffen. In den kommenden Monaten soll der dreiteilige Zug umfassend getestet und anschließend für den Betrieb vorbereitet werden.

Mit der Ankunft des ersten Zuges in Australien vor wenigen Tagen sei ein wichtiger Meilenstein im Bau der 23 Kilometer langen Metrolinie Sydney Metro – Western Sydney Airport erreicht, teilte Siemens Mobility mit. „Die Ankunft des ersten Zuges markiert einen wichtigen Meilenstein für das Projekt und für das Turnkey-Geschäft von Siemens Mobility weltweit“, betonte Léon Soulier, CEO der Turnkey Business Unit des Zugherstellers. Die Strecke soll Greater Western Sydney mit dem internationalen Flughafen im Westen Sydneys verbinden.

Die Züge basierten auf der Inspiro-Plattform von Siemens Mobility und seien speziell für die neue Strecke angepasst worden. Nach der Eröffnung der Linie sollen alle zwölf Züge vollautomatisch und ohne Fahrer betrieben werden.

Zunächst sind den Angaben zufolge Tests im Abstell- und Wartungszentrum in Orchard Hills im Bundesstaat New South Wales vorgesehen. Anschließend soll der Zug auf der Hauptstrecke erprobt werden. Vor der Auslieferung wurden die Fahrzeuge bereits in Wien und im Test- und Validierungszentrum Wildenrath in Deutschland geprüft.

Die dreiteiligen Metrozüge verfügen über große Fenster, flexible Sitzanordnungen und barrierefreie Zugänge. Vorgesehen sind unter anderem Rollstuhlplätze, breite Türen und durchgängige Übergänge zwischen den Wagen. Echtzeit-Fahrgastinformationen, Kameras und Notrufsprechstellen sollen Sicherheit und Orientierung verbessern.

Für den Betrieb unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen seien unter anderem Windtests in einer Klimakammer durchgeführt worden. Redundante Klimaanlagen, Fußbodenheizung und geräuscharme Technik sollen den Angaben zufolge den Fahrkomfort erhöhen.

Auch bei der digitalen Ausstattung setzt Siemens auf eine für Australien neue Technologie. Erstmals soll dort die Mobility Application Suite Railigent X zum Einsatz kommen. Sie soll mithilfe von Datenanalyse und vorausschauender Wartung dazu beitragen, den Zustand der Fahrzeuge und Anlagen zu überwachen und mögliche Störungen frühzeitig zu erkennen.

Das Innendesign der Züge orientiert sich nach Unternehmensangaben am kulturellen und natürlichen Erbe der Cumberland Plain. Gestaltungselemente greifen dabei unter anderem Traditionen der First Nations sowie Motive von Land und Wasser auf.

Das Projekt wird vom Parklife-Metro-Konsortium umgesetzt, dem Siemens Mobility, Plenary Group, Webuild und RATP Dev angehören. Es handelt sich um eine öffentlich-private Partnerschaft mit Sydney Metro.

Siemens Mobility hatte den Auftrag für das schlüsselfertige Projekt 2022 erhalten. Neben zwölf Metrozügen umfasst er unter anderem Signaltechnik, Elektrifizierung, Telekommunikation, Bahnsteigtüren und ein Depot.

Für die digitale Überwachung und Wartung ist ein 15-jähriger Full-Service-Vertrag vorgesehen. Der Anteil von Siemens Mobility am Auftrag beträgt den Angaben zufolge 900 Millionen Euro. Die neue Metrolinie soll den Western Sydney International Airport mit dem Bradfield City Centre verbinden.

EVN