Steigende CO₂-Emissionen und wachsende Kritik an der Verkehrspolitik: Der Verband Die Güterbahnen sieht nach dem jüngsten Klimabericht eine Rückverlagerung des Güterverkehrs auf die Straße – mit Folgen für Klima und Energieeffizienz.
Nach der Veröffentlichung des Prüfberichts 2025 des Expertenrats für Klimafragen hat der Branchenverband Die Güterbahnen deutliche Kritik an der deutschen Verkehrspolitik geäußert. Hintergrund sind erneut gestiegene Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor, der laut Bericht seine Klimaziele weiterhin deutlich verfehlt. Demnach wurden im Jahr 2025 rund 146,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen – ein Anstieg um 2,1 Millionen Tonnen beziehungsweise 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nach Einschätzung des Verbands zeigt die Entwicklung, dass Maßnahmen zur Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene bislang nicht ausreichend greifen. Geschäftsführer Peter Westenberger sprach von einer seit mehreren Jahren anhaltenden Rückverlagerung des Güterverkehrs auf den Straßentransport. Als Ursachen nannte er politische Fehlentscheidungen sowie unzureichende Anreize für den Schienengüterverkehr. Kritisiert werden unter anderem steigende Trassenpreise sowie politische Maßnahmen, die aus Sicht des Verbands den Straßengüterverkehr begünstigen.
Die Güterbahnen argumentieren, dass der Schienengüterverkehr beim Energieverbrauch und den Emissionen deutlich effizienter sei als der Straßengüterverkehr. Nach Angaben des Verbands benötigt der Transport einer Tonne Fracht auf der Schiene rund 82 Prozent weniger Energie als auf der Straße. Zudem werde der Schienengüterverkehr bereits heute überwiegend elektrisch betrieben, wodurch die CO₂-Emissionen pro transportierter Tonne erheblich niedriger ausfielen.
Gleichzeitig verweist der Expertenrat für Klimafragen darauf, dass die bisher prognostizierten Emissionsminderungen bis 2030 nicht ausreichen, um die gesetzlichen Klimaziele einzuhalten. Der Verkehrssektor gilt weiterhin als Bereich mit der größten Zielverfehlung innerhalb der deutschen Klimapolitik. Die Güterbahnen fordern vor diesem Hintergrund verstärkte Investitionen in Schienen- und Energieinfrastruktur, um die Verlagerung klimafreundlicher Transporte voranzubringen.
EVN
