Debatte um Einnahmenverteilung beim Deutschlandticket – Branche ringt um Reform

Die Einnahmenaufteilung des Deutschlandtickets bleibt ein zentrales Streitthema im ÖPNV. Branchenvertreter diskutierten über Komplexität, Verzögerungen und mögliche Reformen des Systems.

Die Deutschlandtarifverbund-GmbH (DTVG) hat im Rahmen ihrer Gesellschafterversammlung am 16. April zentrale Fragen zur Einnahmenaufteilung des Deutschlandtickets erörtert. Im Fokus stand das derzeitige Verfahren der sogenannten Stufe 2, bei dem Einnahmen auf Basis von Postleitzahlen den Bundesländern zugeordnet werden.

Nach Angaben der DTVG gilt dieses Verfahren als komplex und wenig nachfrageorientiert. Zudem könne es mehrere Monate dauern, bis Einnahmen bei den Verkehrsunternehmen ankommen. Eine geplante Weiterentwicklung hin zu einer nutzungsbasierten Verteilung (Stufe 3) verzögert sich unter anderem aufgrund technischer, rechtlicher und organisatorischer Herausforderungen.

In der Diskussion äußerten Branchenvertreter unterschiedliche Einschätzungen. Während Vertreter von Verkehrsunternehmen den hohen Aufwand kritisierten, zeigten sich Vertreter von Verkehrsverbünden differenzierter. Einigkeit bestand jedoch darin, dass die tatsächliche Nutzung des Tickets künftig stärker berücksichtigt werden sollte.

Als mögliche Lösungsansätze wurden unter anderem ein umfassender Reformplan sowie getrennte Einnahmetöpfe für kommunalen Nahverkehr und Schienenpersonennahverkehr genannt. Hinsichtlich eines möglichen Starts der neuen Verteilungsstufe reichten die Einschätzungen der Beteiligten von 2027 bis in die Zeit um 2030 oder später.

Die Debatte verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen bei der finanziellen Organisation des bundesweit gültigen Ticketsystems.

EVN