Elf Züge stehen, weil ein 35-Jähriger auf eine Signalbrücke steigt. Die Polizei warnt: Strom aus der Oberleitung kann auch ohne Berührung lebensgefährlich sein. Die Polizei untersucht, was den Mann zu seiner Klettertour trieb.
Mit einer lebensgefährlichen Kletteraktion hat ein Mann in Osthessen nach Angaben der Bundespolizei für erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr gesorgt. Er blieb unverletzt und wurde festgenommen.
Laut Polizei war der 35-Jährige am Dienstagvormittag im Bahnhof Hünfeld im Landkreis Fulda auf eine Signalbrücke gestiegen. Beamte der Bundes- und der Landespolizei eilten zu dem Bahnhof. Die Gleise wurden gesperrt und die Oberleitung abgeschaltet. Beim Eintreffen der Polizei kletterte der Mann von der Signalbrücke und setzte sich an einen Bahnsteig.
Verspätungen von einer halben Stunde
Warum der Mann die Klettertour unternahm, ist bisher unklar. Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen nicht von einem Suizidversuch aus, sie ermittelt nun den Grund für die Aktion. Elf Züge hatten infolge des Zwischenfalls eine Verspätung von je etwa einer halben Stunde.
Die Bundespolizei warnt vor derlei Aktionen. Da Oberleitungen 15.000 Volt Starkstrom führten, sei ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter zwingend. Der Strom könne als Lichtbogen überspringen – ohne dass man die Leitung berührt, erklärten die Beamten. Die Leitungen stünden immer unter Strom, auch wenn kein Zug fährt.
dpa / EVN
