ÖPNV-Warnstreiks in Augsburg, Regensburg und weiteren bayerischen Städten

Verdi kündigt weitere Ausstände in den kommenden Tagen an. In Bamberg laufen sie bereits. Und auch die nächsten Wochen dürften unruhig werden.

Die Gewerkschaft Verdi will am Donnerstag und Freitag den Nahverkehr in mehreren bayerischen Städten lahmlegen. Die jeweils ganztägigen Ausstände treffen Augsburg am Donnerstag, Regensburg am Donnerstag und Freitag sowie Passau und Landshut am Freitag, wie Verdi mitteilte. In Bamberg wird bereits seit Dienstagmorgen und bis Mittwochnacht gestreikt. Und in den kommenden Wochen könnte es mit Arbeitsniederlegungen weitergehen. In Bamberg läuft ein Notfallfahrplan mit einem privaten Busunternehmen, wie ein Sprecher der Stadtwerke erklärte.

Weitere Streiks zeichnen sich bereits ab

Und die jetzt angekündigten Ausstände werden wohl nicht die Einzigen bleiben: “Wir werden die Streiks ausweiten”, sagte der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi in Bayern. “Das war verhinderbar. Ein ernstzunehmendes Angebot heute hätte weitere Streiks abgewendet. Wenn es in den nächsten Wochen zu spürbaren Einschränkungen im ÖPNV kommt, dann geht das auf das Konto des KAV Bayern.” KAV steht für den Kommunalen Arbeitgeberverband, der Verdi in den Tarifverhandlungen gegenübersitzt und die Forderungen der Gewerkschaft als “nicht erfüllbar” abgelehnt hat.

Verdi will für die rund 9.000 Beschäftigten in Bayern unter anderem rund 670 Euro mehr pro Monat sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Vom KAV hieß es dazu zuletzt, dass derartige Steigerungen bei den Personalkosten in der aktuellen finanziellen Lage der Kommunen zu höheren Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots führen würden.

“Die Arbeitgeber verweisen weiter stur auf die klammen Kassen der Kommunen”, kritisierte die Branchenkoordinatorin Busse und Bahnen von Verdi in Bayern, Katharina Wagner. “Das Versagen der Politik in puncto auskömmlicher Finanzierung des ÖPNV kann nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Die Arbeitgeber scheinen noch nicht zu begreifen, dass das Personal im ÖPNV am Limit ist.”

dpa / EVN