Die Deutsche Bahn hat mit vorbereitenden Arbeiten für den Pfaffensteigtunnel bei Stuttgart begonnen. Während Bund und Bahn das Projekt als wichtigen Schritt für die Gäubahn und schnellere Verbindungen Richtung Zürich werten, übt das Bündnis Pro Gäubahn scharfe Kritik.
Die Deutsche Bahn (DB) hat am 9. Februar mit vorbereitenden Arbeiten für den Pfaffensteigtunnel begonnen. Wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervorgeht, laufen nördlich des Flughafens Stuttgart erste Erdarbeiten für die Baustelleneinrichtung. Zuvor hatten Bund und Bahn eine Finanzierungsvereinbarung geschlossen, zudem erteilte das Eisenbahn-Bundesamt im Dezember 2025 die Baugenehmigung für den Großteil des Projekts.
Der fast elf Kilometer lange Tunnel soll die Gäubahn an den Flughafen Stuttgart und den künftigen Tiefbahnhof im Rahmen von Stuttgart 21 anbinden. Zwei Tunnelvortriebsmaschinen sind für den bergmännischen Vortrieb vorgesehen. Der Tunnel gilt als Bestandteil des Bedarfsplans für die Bundesschienenwege und steht laut DB im überragenden öffentlichen Interesse. Mit dem Projekt sollen unter anderem Reisezeiten zwischen Stuttgart und Zürich um etwa 15 Minuten verkürzt werden.
Pro Gäubahn kritisiert Baustart
Kritik kommt vom Pro Gäubahn-Landesbündnis. In einer eigenen Mitteilung bezeichnet das Bündnis den Baustart als „verkehrspolitische Bankrotterklärung“. Es bemängelt unter anderem einen aus seiner Sicht unzureichenden Nutzen-Kosten-Faktor, befürchtet weitere Kostensteigerungen und fordert stattdessen einen zweigleisigen Ausbau bestehender Streckenabschnitte der Gäubahn. Zudem sieht das Bündnis Risiken für die internationale Nord-Süd-Verbindung und den Betrieb während der Bauphase.
EVN
