Der Bundesverband SchienenNahverkehr warnt vor erheblichen Finanzierungslücken bei Bahnprojekten. Fehlende Mittel und ein ausstehender Infraplan gefährdeten laufende und geplante Vorhaben sowie die Verlässlichkeit im Schienenpersonennahverkehr.
Der Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) fordert von der Bundesregierung und der DB InfraGO AG verlässliche Finanzierungszusagen und die zügige Vorlage eines Infraplans für die Bahninfrastruktur. Wie der Verband mitteilte, bestehen trotz kürzlich vorgestellter Finanzierungsvereinbarungen weiterhin erhebliche Lücken im Bundeshaushalt für Schienenprojekte. Allein für bereits laufende und neu beginnende Vorhaben fehlen im Jahr 2026 rund 100 Millionen Euro, bis 2029 summiere sich die Finanzierungslücke auf etwa zwei Milliarden Euro.
Nach Angaben des BSN sind davon sowohl große Infrastrukturprojekte als auch 355 sogenannte Kleine und Mittlere Maßnahmen betroffen, darunter Vorhaben in der Leit- und Sicherungstechnik, Elektrifizierungen, Wendegleise und Weichenerneuerungen. Gerade diese Maßnahmen seien für den Schienenpersonennahverkehr von besonderer Bedeutung, da dort der Großteil der Züge verkehre und der überwiegende Teil der Fahrgäste befördert werde. Trotz im Haushalt 2026 eingeplanter Mittel in Höhe von 349 Millionen Euro fehlten für diese Maßnahmen bis 2030 weitere 300 Millionen Euro.
Der Verband kritisiert zudem, dass der im Koalitionsvertrag angekündigte Infraplan als konkrete Umsetzungs- und Priorisierungsgrundlage weiterhin ausstehe. Fehlende Planungssicherheit treffe im SPNV auf steigende Kosten, Unsicherheiten bei Trassenpreisen und knappe Regionalisierungsmittel, während Fahrgäste ein zuverlässiges Angebot erwarteten.
BSN-Präsident Peter Panitz fordert vor diesem Hintergrund ein langfristiges, auskömmliches Finanzierungskonzept und einen verbindlichen Infraplan mit realistischen Zeit- und Kostenansätzen, um die Schieneninfrastruktur auszubauen und zu modernisieren.
EVN
