Hilfsbrücke bei Elsfleth soll Ende April in Betrieb gehen


ELSFLETH | Nach einem Schiffsunfall an einer Eisenbahnbrücke in Elsfleth geht erst nichts mehr. Das hat Folgen – für Bahnreisende und die Hafenwirtschaft. Bald soll es zumindest eine provisorische Lösung geben.

Nach der Beschädigung einer Eisenbahnbrücke über die Hunte bei Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) soll Ende April eine Hilfsbrücke in Betrieb genommen werden. In zwei Wochen werden die Bauarbeiten für die provisorische Brücke beginnen, wie das niedersächsische Wirtschaftsministerium am Montag ankündigte. Spezielle Rohre sollen errichtet und die Hilfsbrücke geliefert werden. Dann soll der Zugverkehr wieder rollen, der Schiffsverkehr bleibt weiter eingeschränkt.

Denn die Hilfsbrücke lasse sich nicht für Schiffe öffnen, räumte das Ministerium ein. Außerdem werde die Hilfskonstruktion 30 Zentimeter niedriger sein als die bisherige Brücke. Für Seeschiffe reiche die Höhe nicht aus, sie können den Fluss an der Stelle weiter nicht passieren. Auch Binnenschiffe können nur unter der Brücke durchfahren, wenn der Wasserstand niedrig genug ist.

Davon sei insbesondere der Oldenburger Hafen betroffen, kritisieren die Stadt Oldenburg und die dortige Hafenwirtschaftsgemeinschaft. Binnenschiffe werden Oldenburg nur mit Verzögerungen erreichen, weil sie je nach Tide vor der Hilfsbrücke warten müssen. Und Seeschiffe können den Hafen gar nicht anlaufen. Der Bau einer neuen Brücke werde womöglich Jahre dauern – und der Schaden sich schnell auf eine zweistellige Millionenhöhe summieren, so die Befürchtung aus Oldenburg.

Die Opposition fordert eine rasche Lösung. Die Planungen für eine neue, höhere Eisenbahnbrücke müssten deutlich beschleunigt werden, um die Region vor weiteren Beeinträchtigungen zu schützen, teilte die CDU-Landtagsfraktion mit. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies versicherte, sich mit Nachdruck für eine langfristige Lösung einzusetzen. „Deshalb werden wir zu einem Arbeitskreis einladen, der den Neubau begleitet und beschleunigt“, sagte der SPD-Politiker.

Ein 110 Meter langes Binnenschiff war Ende Februar gegen die bisherige Eisenbahnbrücke geprallt. Dadurch wurde das 118 Meter lange Bauwerk stark beschädigt. Neben der Brücke wurden auch der bewegliche Überbau sowie die Gleis- und Oberleitungsanlage in Mitleidenschaft gezogen. Der Zugverkehr zwischen Elsfleth und Berne musste nach Angaben der Bahn bis auf Weiteres eingestellt werden.


dpa