Dritte Tarifrunde über Arbeitsbedingungen im kommunalen NRW-Nahverkehr


DORTMUND | Warnstreiks in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben von NRW legten mehrfach den Nahverkehr lahm. Jetzt setzen sich die Verhandlungspartner wieder an einen Tisch.

Die Tarifverhandlungen über die Arbeitsbedingungen der landesweit etwa 30.000 Beschäftigten in den kommunalen Nahverkehrsbetrieben werden an diesem Montag in Dortmund fortgesetzt. Mehrere Warnstreikaufrufe der Gewerkschaft Verdi hatten den öffentlichen Nahverkehr im bevölkerungsreichsten Bundesland über jeweils einen oder zwei Tage weitgehend lahmgelegt.

Die Positionen der Verhandlungspartner liegen bislang weit auseinander. Die Gewerkschaft Verdi NRW fordert unter anderem zusätzliche freie Tage, um das Personal zu entlasten und die Berufe attraktiver zu machen. Der Arbeitgeberverband KAV NRW verwies auf einen engen Finanzspielraum und eine deutliche Gehaltserhöhung zum 1. März 2024, die bereits vor längerer Zeit vereinbart worden sei.

Für die dritte Verhandlungsrunde über den sogenannten Manteltarifvertrag sind in Dortmund mit Montag und Dienstag von vornherein zwei Tage vorgesehen. Der Arbeitgeberverband KAV NRW bekräftigte, dass er bei diesem Treffen im Rahmen eines Gesamtpaketes einen Abschluss anstrebe. Verdi NRW hat ein Angebot der Arbeitgeberseite gefordert.

In den vergangenen Wochen und Tagen hatte die Gewerkschaft zu zwei eintägigen Warnstreiks Anfang und Mitte Februar aufgerufen. Es folgten zwei zweitägige Warnstreiks Ende Februar/Anfang März sowie am vergangenen Dienstag und Mittwoch. Bestreikt wurden jeweils rund 30 kommunale Nahverkehrsbetriebe, darunter nahezu alle großen in NRW. Straßenbahnen und U-Bahnen blieben in der Folge in den Depots. Vielerorts waren nur wenige Linienbusse im Einsatz.

Verdi NRW betont, dass tagtäglich Busse und Bahnen wegen des Personalmangels ausfielen. Zudem sei der Krankenstand hoch. Der Arbeitgeberverband KAV NRW erklärte, zusätzliche freie Tage würden bei dem vorhandenen Fahrermangel dazu führen, dass die dann noch vorhandenen Fahrer mehr belastet würden.


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dpa