Frankreich beerdigt Pläne für 49-Euro-Ticket


PARIS | Ein 49-Euro-Ticket nach deutschem Vorbild wird es in Frankreich nicht geben. Entsprechende Pläne sind verworfen worden.

Stattdessen solle es einen Ferienpass für junge Leute geben, mit dem diese im Sommer ihr Land mit Regionalbahnen und Intercity-Zügen erkunden könnten, sagte Frankreichs neuer Transportminister Patrice Vergriete in einer Fragestunde im Parlament in Paris. Sein Amtsvorgänger Clément Beaune hatte sich für so ein Ticket stark gemacht und dabei auch Unterstützung von Präsident Emmanuel Macron erhalten.

Wie auch in Deutschland gab es in Frankreich aber Gezerre um die Finanzierung eines solchen Tickets, die die für den Regionalverkehr zuständigen Regionen alleine hätten stemmen müssen. „Wir müssen aufhören mit guten Ideen auf Kosten der anderen“, sagte nun der Transportminister. Dabei hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) bereits die Idee eines grenzüberschreitend in Deutschland und Frankreich gültigen 49-Euro-Tickets für den Regionalverkehr lanciert. Da der regionale Zugverkehr zwischen beiden Ländern in den kommenden Jahren massiv ausgebaut wird, wäre eine rege Nutzung eines solchen grenzüberschreitenden Tickets zu erwarten gewesen.

Das Deutschlandticket für 49 Euro im Monat gilt seit dem 1. Mai vergangenen Jahres. Es berechtigt bisher bundesweit zur Fahrt in allen Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs. Auf mehreren Strecken gilt die Fahrkarte bereits bei Fahrten ins Ausland, etwa für die elsässischen Orte Weißenburg und Lauterburg nahe der deutschen Grenze.


dpa / EVN