S-Bahn-Lokführer vor Gericht – Prozess um Zugunglück von Schäftlarn beginnt


MÜNCHEN | Beim Zusammenstoß zweier S-Bahnen südlich von München starb vor zwei Jahren ein junger Mann, dutzende Menschen wurden verletzt. Nun kommt der mutmaßlich verantwortliche Bahnmitarbeiter vor Gericht.

Zwei Jahre nach dem tödlichen S-Bahn-Unglück im oberbayerischen Schäftlarn muss sich von Montag an ein Lokführer vor dem Amtsgericht München verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann neben fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung auch vorsätzliche Gefährdung des Bahnverkehrs vor.

Der S-Bahn-Lokführer hatte den Ermittlungen zufolge Signale missachtet. Sein Zug kollidierte mit einer entgegenkommenden S-Bahn. Ein 24 Jahre alter Mann starb, laut Anklagebehörde wurden 51 Menschen verletzt. Für den Prozess gegen den 56-Jährigen sind zunächst insgesamt drei Verhandlungstage bis zum 7. März angesetzt.

Der Anklagebehörde zufolge hatte der Mann sich über Zwangsbremsungen hinweggesetzt und ein Haltesignal nicht beachtet. Er fuhr aus dem Bahnhof heraus und beschleunigte den Zug auf etwa 67 km/h. Auf der eingleisigen Strecke kam eine verspätete S-Bahn aus München entgegen. Diese wurde zwangsgebremst und blieb auf der Strecke stehen. Als der Lokführer die stehende Bahn sah, leitete er noch eine Schnellbremsung ein. Dennoch kam es zum Zusammenstoß.


dpa / EVN