Gutachten vorgestellt – „Bäderbahn muss weiter bestehen“


TIMMENDORFER STRAND | Die Entscheidung zur Stilllegung der Bäderbahn hat Timmendorfer Strand kalt erwischt. Aber die Gemeinde will nicht klein bei geben. Sie fordert: „Die Bäderbahn muss weiter bestehen.“

Die Gemeinde Timmendorfer Strand will weiter um den Erhalt der sogenannten Bäderbahn kämpfen. Die von der Deutschen Bahn und dem Land Schleswig-Holstein geplante Stilllegung der Strecke zwischen Lübeck und Neustadt im Kreis Ostholstein würde die Planung der Schienenanbindung zum Ostseetunnel erheblich verzögern, sagte der Timmendorfer Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke am Dienstag. Das habe eine Studie des Hamburger Verwaltungsrechtlers Ulrich Ramsauer ergeben.

Die beiden Kommunen hatten den Juristen Ramsauer mit der Prüfung der Entscheidung beauftragt, die das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn im Herbst bekannt gegeben hatten. Danach soll die Bäderbahn spätestens mit der Eröffnung der neuen Schienenanbindung des Ostseetunnels im Jahr 2029 stillgelegt werden.

Dadurch würde die Tourismusgemeinde ihren Bahnhof in Ortsnähe verlieren. Noch halten die Züge in fußläufiger Entfernung zum Ort. Nach der Eröffnung der neuen Anbindung würden die Züge im acht Kilometer entfernten Ratekau nahe der Autobahn A1 halten. „Wir müssten dann rund 1,2 Millionen Gäste mit Bussen in die Gemeinde transportieren“, sagte Partheil-Böhnke. Das wäre kontraproduktiv für den Klimaschutz, sagte er. Die Gemeinde hatte nach Angaben der amtlichen Statistik 2022 rund 1,3 Millionen Gäste.

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn sieht die geplante Stilllegung kritisch. Eine Verlagerung des Bahnhofes würde die starken Pendlerströme zwischen Lübeck und Timmendorfer Strand zerschneiden, sagte ein Sprecher von Pro Bahn. Außerdem sei eine Schließung der Strecke nicht so einfach, schließlich gebe es ja mit der Norddeutschen Eisenbahn Niebüll (NEG) einen ernsthaften Interessenten für eine Übernahme der Strecke. Deren Angebot müsse das Eisenbahnbundesamt zumindest prüfen.

„Man kann sich auch durchaus als Übergangslösung vorstellen, die Strecke zunächst nur am Wochenende zu betreiben“, sagte der Pro Bahn-Sprecher. „Darauf könnte sich dann ein Dauerbetrieb entwickeln.“


dpa