Verein klagt gegen Neubau der Autoreisezuganlage in Hamburg-Eidelstedt


HAMBURG | Die Bürgerinitiative Prellbock Altona, die sich unter anderem für den Erhalt des Bahnhofs Hamburg-Altona einsetzt, hat gegen den im August 2022 ergangenen Planfeststellungsbeschluss für die neue Autoreisezuganlage in Hamburg-Eidelstedt Klage erhoben.

Der Berliner Rechtsanwalt Philipp Schulte, spezialisiert auf Klimaschutzthemen, soll den Verein vor dem Oberverwaltungsgericht vertreten, wie es in einer Mitteilung heißt.

„Wir haben uns zur Klage entschlossen, um unserer Forderung nach der Berücksichtigung von Klima- und Ressourcenaspekten bei Großprojekten Nachdruck zu verleihen“, erklärte Vereinssprecher Michael Jung. Es könne nicht sein, dass „in Zeiten der Klimakatastrophe ein gut funktionierender, erhaltenswerter Bahnhof stillgelegt und abgerissen wird, um ihn dann mit viel Aufwand und Ressourcenbedarf, hohen Kosten und schlechterer Funktionalität durch einen Neubau an anderer Stelle zu ersetzen.“

Prellbock Altona kritisiert unter anderem in der kürzlich an das Gericht übergebenen Klagebegründung, dass der Bau der Anlage in einem für die hamburgische Trinkwasserversorgung wichtigen Wasserschutzgebiet geplant wurde. Das dort anfallende Regenwasser würde „entgegen der klaren Vorgaben der Schutzgebietsverordnung in das Erdreich geleitet“, heißt es. Erteilte Ausnahmegenehmigungen seien nach Ansicht der Kläger rechtlich nicht haltbar, da nicht sichergestellt sei, dass durch Bau und Betrieb „keine schädlichen Auswirkungen auf das Wasserschutzgebiet“ entstünden. Außerdem verfüge die geplante Autoreisezuganlage über eine geringere Kapazität als die Bestandsanlage.

Nach Schätzungen des Vereins könnten sich die Kosten für den Neubau auf Basis heutiger Baupreise auf über 100 Millionen Euro belaufen. Diese sollten aber nicht aus den Mitteln der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung kommen, fordern die Gegner. Die Bahn sollte die Finanzierung dieses Projektes stattdessen selbst stemmen. Letzten Endes würden aber die Bürger für die überflüssige Investition zur Kasse gebeten, sei es als Steuerzahler oder als Bahnfahrer über erhöhte Ticketpreise. Der Neubau der Autoreisezuganlage sei eine „unnötige Konsequenz der geplanten Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona an die heutige S-Bahnstation Diebsteich“, so der Verein weiter.


EVN

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