Stralsunder Bürgerschaft beschließt Einführung von 9-Euro-Ticket


STRALSUND | Die Hansestadt Stralsund will mit einem 9-Euro-Ticket noch mehr Einwohner zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr bewegen.

Die Bürgerschaft fasste auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend einen Grundsatzbeschluss zur Einführung des preiswerten Monats-Tickets. „Damit ist der Weg zu einer echten Mobilitätswende in Stralsund geebnet“, sagte Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) in einer ersten Reaktion.

Den Startschuss für das 9-Euro-Ticket gebe es, sobald der Haushalt für 2023 beschlossen und durch das Innenministerium bestätigt sei. Voraussichtlich im März solle der Etatentwurf mit einem Finanzierungsvorschlag für das Ticket vorliegen, hieß es.

Stralsund wäre die erste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die das im Sommer bundesweit erprobte 9-Euro-Ticket lokal weiterführt. Den Angaben zufolge soll es aber nur den Einwohnern der Stadt vorbehalten bleiben. Das Ticket soll als Jahres-Abo umgesetzt werden, also 108 Euro pro Jahr kosten. Stralsunder, die 70 Jahre und älter sind, können die Busse schon jetzt kostenfrei nutzen.

Nach Angaben der Stadtverwaltung gründet sich die in Stralsund angestrebte Mobilitätswende auf drei Säulen: ein preiswerter Nahverkehr, innenstadtnahe Parkplätze für Bewohner, Besucher und Pendler, sowie ein ausgebautes Radwegenetz.

Bundesweit soll im kommenden Jahr ein 49-Euro-Ticket kommen. Die Grünen im Landtag waren in der Vorwoche mit einem Vorstoß zur Einführung eines 29-Euro-Tickets für den öffentlichen Nahverkehr in ganz Mecklenburg-Vorpommern gescheitert. Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) betonte, dass dem Land dafür derzeit das Geld fehle. Die Bundeshauptstadt Berlin bietet seit Oktober eine Monatskarte für 29 Euro an.


dpa

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