Sozialverband: Nicht alle Menschen können sich 49-Euro-Ticket leisten


BERLIN | Der Sozialverband Deutschland hat Kritik am Preis des 49-Euro-Monatstickets geäußert.

Die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei gut, dass sich Bund und Länder sich auf eine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket geeinigt hätten. „Trotzdem bleiben wir dabei, dass sich 49 Euro nicht alle Menschen leisten können. Deshalb fordern wir weiterhin ein 365 Euro-Ticket. Ein Euro pro Tag für Mobilität, das wäre wirklich sozial verträglich.“ Außerdem würde das die Umwelt schonen.

Bund und Länder einigten sich am Mittwoch über offene Finanzierungsfragen beim öffentlichen Personennahverkehr. Damit ist der Weg für das 49-Euro-Ticket frei. Das digitale, bundesweit gültige „Deutschlandticket“ soll schnell eingeführt werden. Bundesverkehrsminister Volker Wissing nannte als Ziel einen Start Anfang Januar.

Die Grünen-Verkehrspolitikerin Paula Piechotta sagte, das 49-Euro-Ticket zeige, was möglich sei, wenn Bund, Länder und Kommunen gut zusammenarbeiteten. „Wir schreiben die Erfolgsgeschichte des 9-Euro-Tickets fort in einer Form, die länger als drei Monate funktionieren kann. Damit können wir der dringend notwendigen Einhaltung der Klimaziele im Verkehr näherkommen.“

Auch der ADAC lobte die Einigung. Das Ticket sei geeignet, mehr Pendler zum Umstieg zu bewegen, weil es eine auf Dauer angelegte Entscheidung sei. Der Verkehrsclub regte zudem an, zu prüfen, ob auch Fernbusse in das Ticket einbezogen werden könnten.


dpa | Foto: EVN

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