DB-Betriebsrat befürchtet zunehmende Gewalt gegen Bahnpersonal


BERLIN | Der Betriebsrat der DB Fernverkehr hat gefordert, dass die Bundesregierung ihre Entscheidung zur Maskenpflicht in Fernverkehrszügen nochmal überdenkt.

Er fürchtet einen Anstieg von Gewalt gegen Bahnpersonal, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Manfred Scholze dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Zahl der Angriffe sei signifikant gestiegen und „durch die Maßnahme der Bundesregierung wird diese Zahl weiter steigen“, sagte Scholze.

Gerade in letzter Zeit sei es schwieriger für das Bahnpersonal geworden, die Maskenpflicht durchzusetzen. „Es gibt viele Leute, die das jetzt nicht mehr verstehen“ – und das Unverständnis dürfte sich durch den Wegfall der Maskenpflicht in Flugzeugen wohl verstärken, so der Bahn-Vertreter. Schon jetzt müssten Zugbegleiter nach jedem Halt etliche Fahrgäste zur Maske ermahnen.

Während viele nur murren und der Aufforderung nachkommen würden, gebe es eben auch Personen, die gewalttätig reagieren. Deshalb sei es „rücksichtslos“ gegenüber dem Bahnpersonal, die Maskenpflicht jetzt nicht aufzuheben. „Wir sind keine Polizei auf den Zügen.“

Der Bundestag hatte am Donnerstag das neue Infektionsschutzgesetz für den Herbst beschlossen. So soll ab Oktober im Fernverkehr mit Bus und Bahn wieder eine FFP2-Maskenpflicht gelten. Die im ursprünglichen Gesetzentwurf vorgesehene Pflicht zum Maskentragen in Flugzeugen soll hingegen wegfallen.


EVN / dts Nachrichtenagentur | Foto: Imago / Ralph Peters
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