Aktivisten laden zum Schwarzfahren ein – Trotz 9-Euro-Fonds droht Strafanzeige


BERLIN | Das nur auf drei Monate angelegte 9-Euro-Ticket hat am 31. August seine Gültigkeit verloren. Aktivisten, die sich damit nicht abfinden wollen, haben nun eine eigene Aktion ins Leben gerufen.

Wer weiterhin für 9 Euro den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen will, wird dazu vom 9-Euro-Fonds eingeladen. Legal ist die ganze Geschichte allerdings nicht – wer erwischt wird, dem droht eine Strafanzeige wegen „Erschleichens von Leistungen“. Die Kosten für das erhöhte Beförderungsentgelt in Höhe von bis zu 60 Euro will dabei der Fonds übernehmen, in den man dafür monatlich einzahlt.

Der Fonds ist nach Angaben der Aktivisten nur als Lückenfüller und nicht auf Dauer angelegt, erklärte Kampagnensprecher Leo Maurer kürzlich gegenüber der Zeitung taz. Grundsätzlich brauche es eine politische Lösung. Weil das Fahren ohne gültigen Fahrschein eine Straftat darstellt, erfordert die Teilnahme auch die Bereitschaft zum zivilen Ungehorsam.

Auf ihrer Internetseite rufen die Initiatoren dazu auf, einen zur Aktion gehörenden Sticker sichtbar an der Kleidung zu tragen. Darauf ist die Aufschrift „Ich fahre ohne Fahrschein“ zu lesen. In der Vergangenheit hat dies bei Gerichtsverfahren bereits geholfen, den Vorwurf der Leistungserschleichung – im genauen Wortsinn – zu entkräften.


EVN | Foto: Pixabay / 9EuroFonds
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