Nach Billigticket: Hamburg hofft auf bundesweite Nachfolgelösung


HAMBURG | Kunden im öffentlichen Nahverkehr müssen nach dem Ende des 9-Euro-Tickets seit diesem Donnerstag wieder deutlich tiefer für Bus- und Bahnfahrten in die Tasche greifen.

Die staatlich finanzierte Sonderaktion, die von Juni bis August Menschen von hohen Energiekosten entlasten und in die öffentlichen Verkehrsmittel locken sollte, endete in der vergangenen Nacht. Halbwegs vergleichbare Nachfolgeregelungen sind vorerst nicht in Sicht.

Hamburgs rot-grüner Senat strebt eine bundesweite Lösung an. Oppositionsparteien in der Bürgerschaft sehen aber auch die Regierung des Stadtstaates in der Pflicht. Eine „Ausbau- und Preisoffensive“ für den Nahverkehr, zumindest eine Absage an Preiserhöhungen, wenn nicht deutlich sinkende Ticketpreise lauten zum Beispiel Forderungen. Solche Schritte seien „losgelöst von einer Entscheidung des Bundes“, heißt es etwa bei der Linken.

Der HVV hat zunächst einige neue Angebote angekündigt, die allerdings bei weitem nicht so günstig sind wie das 9-Euro-Ticket. Zum Beispiel gibt es eine neue 5er-Tageskarte, die flexibel innerhalb von 30 Tagen genutzt werden kann. Außerdem gibt es bis Mitte September ein Flex-Abo, bei dem die Zeit bis zum 1. Oktober gratis ist. Und Abokunden können im September fast die gesamte Zeit über unabhängig vom Geltungsbereich der Karte den HVV-Gesamtbereich nutzen.

Im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) waren insgesamt rund 3,5 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft worden. Zudem profitierten 680.000 Abonnentinnen und Abonnenten, die während der Aktion ebenfalls nur 9 Euro für ihre Dauerkarte zahlen mussten. Die Zahl der Fahrgäste in Bussen, Bahnen und Fähren im HVV habe im Sommer erstmals wieder auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 gelegen, im Juni vor Beginn der Ferienzeit sogar leicht darüber, berichtete der Verkehrsverbund und schreibt einen großen Anteil an diesem Aufwärtstrend dem 9-Euro-Ticket zu.


EVN / dpa | Foto: Pixabay
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