Bundesregierung verurteilt Angriff auf Personenzug in der Ukraine


BERLIN | Die Bundesregierung hat russische Raketenangriffe auf einen Personenzug und ein Wohngebiet in der Ortschaft Tschaplyne am Nationalfeiertag der Ukraine auf das Schärfste verurteilt.

„Wir sind schockiert angesichts der Vielzahl an zivilen Opfern, unter ihnen mehrere Kinder. Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, zum Teil schwer“, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin.

Die Bundesregierung trauere mit all denen, die Familienangehörige oder Freunde verloren haben. „Wir fordern Russland nachdrücklich auf, jegliche Angriffe gegen zivile Ziele zu unterlassen und sich an internationales Recht zu halten“, sagte Hebestreit. Unterstützt würden Aufarbeitungs- und Ermittlungsbemühungen zu Kriegsverbrechen durch nationale und internationale Strafverfolgungsbehörden. Hebestreit: „Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Das russische Verteidigungsministerium hatte den Raketenbeschuss einer Bahnstation am Mittwoch in dem Ort in der Zentralukraine bestätigt und diesen als Angriff bezeichnet, bei dem 200 ukrainische Soldaten getötet worden seien. Dafür gab es aber keine Belege. Die Ukraine hatte zuvor von 25 Toten, darunter zwei Kinder, und von mehr als 30 Verletzten gesprochen. Am Freitag kursierten in den sozialen Netzwerken nicht verifizierte Videoaufnahmen von einem zerstörten Zug. Ukrainische Angaben zu dem Zug gab es zunächst nicht.

Die ukrainische Eisenbahn machte nur Angaben zu einem Teil der Opfer. Von den 25 Toten sind demnach zwei Kinder und drei Eisenbahnmitarbeiter gewesen. Unter den 31 Verletzten sollen ebenso zwei Kinder und vier Eisenbahnmitarbeiter gewesen sein. Ein anderes Video mutmaßlich vom Bahnhofsgelände zeigte ein zerstörtes Fahrzeug und Eisenbahnplattformen zum Transport schwerer Technik.


EVN / dpa | Foto: Twitter
Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner