Grüne sehen Chance für 9-Euro-Ticket-Anschluss ab Oktober – Lindner sollte „sich Ruck geben“


BERLIN | Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge drängt darauf, schnell eine Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket zu finden.

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„Wir sollten die Inflation nicht verschärfen, indem wir das 9-Euro-Ticket jetzt ohne Anschlusslösung auslaufen lassen“, sagte sie der taz (Montag). Es sei wichtig, den August zu nutzen, um zwischen Bund und Ländern zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.

Dröge zufolge könnte bei einer raschen Einigung eine Anschlusslösung für den Oktober stehen. „Im September kommt der Bundestag zusammen, dann könnten wir entscheiden, sodass wir zum 1. Oktober ein neues Ticket hätten“, sagte sie. Die Grünen schlagen als Anschlusslösung ein Regionalticket für 29 Euro und eine bundesweit im ÖPNV geltende Fahrkarte für 49 Euro vor.

Durch eine ökologische Reform des Dienstwagenprivilegs könnten die voraussichtlichen Kosten in Höhe von 5 Milliarden Euro aufgebracht werden. Dabei würden steuerliche Vergünstigungen vom CO2-Ausstoß abhängen. „Die Mehreinnahmen für die öffentliche Hand, die damit möglich wären, liegen bei ungefähr 3 Milliarden Euro für den Bund. Für die Länder kämen noch mal 60 Prozent dazu“, sagte die Grünen-Fraktionschefin.

Bislang habe einem Vorschlag der Bundesregierung für eine Anschlusslösung an das 9-Euro-Ticket die Finanzierungsfrage entgegengestanden. „Der Finanzminister sollte sich jetzt einen Ruck geben, und den Weg frei machen für ein neues, günstiges Ticket für Bus und Bahn“, so Dröge.

Gegenüber der Augsburger Allgemeinen erklärte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), dass er einen möglichen Nachfolger des 9-Euro-Tickets nicht finanzieren wolle. Es stünden in der Finanzplanung „keinerlei Mittel zur Verfügung“, machte der Minister deutlich.

Keine Mittel im Finanzplan – Lindner will 9-Euro-Ticket-Nachfolger nicht finanzieren


letzte Aktualisierung: 7. August 2022, 18:34 Uhr | EVN / dts Nachrichtenagentur | Foto: EVN
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