Kritik an DB-Navigator-App „haltlos“ – Deutsche Bahn nimmt Stellung zu Digitalcourage-Vorwurf


BERLIN | Die Deutsche Bahn hält die Kritik an ihrer App DB Navigator für „haltlos“. Nach Ansicht des Vereins Digitalcourage verstößt die Anwendung gegen geltende Datenschutzbestimmungen.

Wie das Unternehmen nun in einer Stellungnahme mitteilte, seien alle Dienstleister, mit denen beim DB Navigator zusammengearbeitet werde, „vertraglich gebunden“. Auch handelten diese „nicht in eigenem Interesse“, „streng nach Weisung der DB“ und seien „deshalb nicht Dritte im Sinne der DSGVO“.

Verarbeitet werden nach Angaben der Deutschen Bahn „keine identifizierenden personenbezogenen Informationen, sondern nur pseudonymisierte Daten, die sich für den einzelnen Anbieter isoliert als anonyme Dateninhalte darstellen.“ Keiner der Anbieter sei in der Lage, die Daten an anderer Stelle oder gar zu eigenen Marketingzwecken einzusetzen.

Der Verein Digitalcourage hatte kürzlich angekündigt, gegen die Deutsche Bahn zu klagen, da der Bahnkonzern nach Einschätzung des IT-Sicherheitsexperten Mike Kuketz mit der Weitergabe von Daten gegen Gesetze verstoße. Bei der Suche nach einer Zugverbindung würden beispielsweise die Anzahl der Reisenden, ob ein Kind mitfährt, Abfahrtstag sowie Start- und Zielbahnhof an Adobe Marketing Cloud übermittelt.

Digitalcourage bemängelt, dass Reisende im DB Navigator praktisch keine Möglichkeit hätten, dem zu widersprechen. Die Verwendung der beanstandeten Dienste sei jedoch nötig, um „die vielfältigen Funktionen und die Stabilität der App für mehr als zwei Millionen Kunden täglich zu gewährleisten“, erklärte hingegen das Unternehmen.

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