BEG: Bahninfrastruktur in Bayern auf Regionalstrecken inakzeptabel


MÜNCHEN | Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hält den Zustand der Infrastruktur auf regionalen Bahnstrecken für „inakzeptabel“.

Mängel führten zu immer mehr Verspätungen und Zugausfällen, kritisierte die BEG am Montag. Besonders betroffen seien Linien abseits der Hauptverkehrsachsen: Dort sei ein einigermaßen pünktlicher Zugverkehr teilweise kaum mehr möglich.

Die staatliche BEG finanziert und kontrolliert den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern. Laut BEG sank die Pünktlichkeitsquote im Juni auf knapp 83 Prozent. Zugausfälle wegen Streckensperrungen seien dabei noch gar nicht berücksichtigt. „Die jüngste Entwicklung ist wirklich erschreckend“, sagte BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs. Die DB Netz kündige Langsamfahrstellen und Baumaßnahmen oft sehr kurzfristig an. „Weder für die BEG noch für die Fahrgäste ist diese Situation länger akzeptabel. Wir fordern von DB Netz eindringlich, die Infrastruktur präventiv besser instand zu halten.“

Auch das 9-Euro-Ticket führe zu Verspätungen, aber Mängel in der Schieneninfrastruktur verursachten 45 Prozent der Verspätungen. Allein der Anteil der Fahrbahnmängel stieg von 1,8 Prozent im Zeitraum von Januar bis Mai auf 11,7 Prozent im Juni.

Ein besonders drastisches Beispiel ist das Werdenfelsnetz: Auf den Bahnstrecken zwischen München, Garmisch-Partenkirchen, Kochel und Oberammergau stiegen die Verspätungsfälle wegen Fahrbahnmängeln von monatlich 60 bis Mai auf 1.250 im Juni. Wegen der Ermittlungen zum Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen am 3. Juni ist südlich von Oberau immer noch kein Bahnbetrieb möglich. Die DB habe aber auch sechs Wochen danach noch nicht genug Ersatzbusse bereitgestellt. Die BEG habe die DB Regio deshalb abgemahnt und aufgefordert, umgehend die Vertragsleistung zu erbringen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte, die von der DB angekündigte Generalsanierung der Strecken zwischen den Ballungszentren „nützt den täglich 1,3 Millionen Fahrgästen im bayerischen Regional- und S-Bahn-Verkehr herzlich wenig, wenn der Zustand der weniger befahrenen Strecken so schlecht bleibt“.


dpa | Foto: DB AG
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