Nach Vorfall an Bahnhof: Zentralrat sieht Diskriminierung von Roma aus Ukraine


HEIDELBERG | Eine mögliche Ungleichbehandlung einer aus der Ukraine geflüchteten Roma-Familie bei der Deutschen Bahn hat den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma auf den Plan gerufen.

Verbandschef Romani Rose bat wegen eines Vorfalls im Mannheimer Bahnhof Konzernchef Richard Lutz um ein Treffen, weil DB-Sicherheitsmitarbeiter ukrainischen Geflüchteten aufgrund ihre Zugehörigkeit zur Minderheit der Roma den Zugang zu einem Rückzugsraum untersagt haben sollen. Dies stelle eine völlig inakzeptable und rechtswidrige Ungleichbehandlung dar, kritisierte der Zentralrat am Mittwoch. Das persönliche Gespräch will Rose gemeinsam mit dem neuen Beauftragten der Bundesregierung gegen Antiziganismus, Mehmet Daimagüler, führen.

Das Unternehmen bedauert laut einer Mitteilung, „dass es in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche im Rückzugsraum für Geflüchtete des Mannheimer Hauptbahnhofes zu Missverständnissen gekommen ist“. Ein Sicherheitsmitarbeiter habe sich auch persönlich entschuldigt. „Klar ist, dass die Bahn gemeinsam mit der Bundespolizei täglich für die Sicherheit der Geflüchteten im Bahnhof Sorge trägt und ihre Verantwortung sehr ernst nimmt“, betonte eine DB-Sprecherin. Kulturelle Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt seien Grundwerte des Konzerns.

Die Gruppe vorwiegend von Frauen und Kindern wurde wegen des verwehrten Eintritts in die Räumlichkeiten auf private Initiative in die Erstaufnahmestelle der Stadt Heidelberg gebracht. Ein ähnlicher Vorfall wurde nach weiteren Zentralratsangaben vom Hauptbahnhof in Berlin berichtet. Der Verband hat daher nach eigenen Angaben die Sorge, dass es sich nicht um einen Einzelfall handele, sondern dass die Ungleichbehandlung System habe.


EVN / dpa | Foto: EVN (Symbolbild)
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