Bilger kritisiert Belastungen durch Korridorsanierung

Verkehrsminister Bilger fordert nach dem Start der Korridorsanierung auf der Strecke Berlin–Lehrte mehr Rücksicht auf Reisende und Unternehmen. Nach ersten Berichten über chaotische Zustände will er die Strategie der Sanierungen grundlegend weiterentwickeln.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat die Bahn aufgefordert, nach dem Start der Sanierung der Strecke von Berlin nach Lehrte bei Hannover die Zumutungen für Reisende deutlich zu verringern. „Gerade bei einer Maßnahme von dieser Größenordnung muss der Anspruch sein, die Belastungen für die Menschen und Unternehmen so gering wie möglich zu halten“, sagte Bilger der Rheinischen Post (Mittwochausgabe).

Pendler und Wirtschaft hätten zu Recht die Erwartung, dass Baustellen funktionieren und Ausweichverkehre verlässlich sind. Erste Berichte von Bahnreisenden nach dem Start der Korridorsanierung belegten einen unzureichenden Zustand, sagte der Minister. Das sei auf Dauer nicht hinnehmbar.

Bilger, der bereits unter Andreas Scheuer (CSU) Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium war, sagte, die aktuelle Situation zeige einmal mehr, dass die Strategie der Korridorsanierungen grundlegend weiterentwickelt werden müsse. Er wolle zeitnah ein Konzept vorlegen, das dafür sorge, dass künftige Sanierungen spürbar besser vorbereitet und umgesetzt werden.

Die wichtige Ost-West-Verbindung ist seit vergangener Woche bis Dezember 2027 für rund 14 Monate vollständig gesperrt. Wegen der Umleitung verlängert sich die Fahrt zwischen Berlin und Hannover um 80 auf rund 180 Minuten. Zudem wurde die parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufende Lehrter Stammbahn nicht rechtzeitig elektrifiziert. Am Wochenende berichteten Reisende von teils chaotischen Zuständen.

dts Nachrichtenagentur / EVN