Die DB InfraGO hat die Bauoption für das letzte Tunnelbaulos der 2. Stammstrecke in München abgerufen. Die Bauarbeiten für den Abschnitt zwischen Ostbahnhof und Berg-am-Laim-Straße beginnen bereits am 20. Juli, womit nun alle Tunnelbauleistungen des Großprojekts vertraglich vereinbart sind.
Mit dem Abruf der Bauoption für das Baulos VE734 sind sämtliche Tunnelarbeiten für die 2. Stammstrecke gesichert. Die Vergabe basiert auf dem „Partnerschaftsmodell Schiene“, bei dem alle Beteiligten bereits seit 2025 eng zusammenarbeiten. Das Los umfasst den Tunnelabschnitt zwischen dem künftigen unterirdischen S-Bahnhof am Ostbahnhof und der Berg-am-Laim-Straße sowie den Rettungsschacht 9. Das Auftragsvolumen liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich.
Den Auftrag für den Tunnelbau erhielt die Wayss & Freytag Ingenieurbau AG. Weitere Arbeiten in den Bereichen Grundwasserhaltung, Ingenieur- und Spezialtiefbau übernehmen die PORR GmbH & Co. KGaA sowie die PORR Spezialtiefbau GmbH. Die Planungsleistungen wurden an die Ingenieurgemeinschaft SSF/ILF vergeben.
Der rund 500 Meter lange und bis zu 23 Meter tief liegende Tunnel soll ab 2028 unter dem Gleisfeld des Münchner Ostbahnhofs entstehen. Die Bauarbeiten erfolgen unter 16 Gleisen, darunter dem europäischen Scan-Med-Korridor. Nach Angaben der DB soll der Bahnverkehr während der gesamten Bauzeit ohne Einschränkungen weiterlaufen.
Zum Bauumfang gehören neben dem Tunnel auch Baugruben, Spezialtiefbau-, Ingenieur- und Straßenbauarbeiten sowie sogenannte Düker. Ein zentrales Element ist der Rettungsschacht 9, der zunächst als Startschacht für den Tunnelvortrieb genutzt wird. An der Berg-am-Laim-Straße entsteht zudem ein Querungsbauwerk in Deckelbauweise, um den oberirdischen Straßenverkehr während der Arbeiten nicht zu behindern. Für die Grundwasserhaltung werden 50 Brunnen eingerichtet, über die voraussichtlich rund 4,2 Millionen Kubikmeter Wasser abgepumpt werden.
Im Projektteam für dieses Baulos arbeiten rund 170 Spezialisten von DB, Planungsbüros und Bauunternehmen zusammen – hinzu kommen zahlreiche weitere Baukräfte in den verschiedenen Bauphasen. Die 2. Stammstrecke soll die Kapazität der Münchner S-Bahn erhöhen, die Pünktlichkeit verbessern und den öffentlichen Nahverkehr langfristig stärken.
EVN
