Was genau hat zum bundesweiten Stopp des Zugverkehrs am Dienstagabend geführt? Der Verband der privaten Güterbahnen fordert eine genaue Auskunft – und ein neues Bundesamt.
Der Verband der privaten Güterbahnen hat nach dem mehrstündigen Ausfall des Bahnverkehrs in Deutschland eine genaue Aufarbeitung gefordert. Die Ursache für den Ausfall am späten Dienstagabend dürfe “nicht allein durch eine ‘Selbstauskunft’ der DB InfraGO als Betreiberin beantwortet werden”, sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger der dpa. Es brauche eine bessere Überwachung und Steuerung des Schieneninfrastrukturbetriebs. Der Verband fordert dazu seit langem die Gründung eines Bundesamts für Schieneninfrastruktur.
Die privaten Güterbahnen, also die Konkurrenten von DB Cargo, waren ebenfalls von der Störung betroffen – und das ausgerechnet am späten Abend. “Da der Güterverkehr zu einem erheblichen Teil in den Nachtstunden unterwegs ist, sind die Beeinträchtigungen durch den Shutdown auch sehr hoch”, sagte Westenberger.
Der Bahnverkehr war am späten Dienstagabend sicherheitshalber eingestellt worden. Grund dafür war der bundesweite Ausfall des Zugfunksystems GSM-R. Rund zwei Stunden nach Beginn der Störung fuhren erste Züge wieder. Bahnchefin Evelyn Palla sagte der Bild-Zeitung, dass ein Notfallsystem in Betrieb genommen worden sei.
dpa / EVN
