Verbände: Grüner Stahl bietet enormes Potenzial im Schienenbau

Ein Bündnis aus Verbänden und Gewerkschaften fordert die Bundesregierung auf, rasch Leitmärkte für grünen Stahl einzurichten. Besonders im Schienenwegebau sehen die Initiatoren großes Potenzial, um CO₂-Emissionen zu senken und die Nachfrage nach klimafreundlichen Materialien anzukurbeln.

Die Allianz pro Schiene und weitere Verbände sowie Gewerkschaften drängen auf eine schnelle Implementierung von Leitmärkten für grünen Stahl in Deutschland. In einer gemeinsamen Erklärung fordert das Bündnis die Bundesregierung auf, konkrete Pilotprojekte zu starten und durch ein angepasstes Vergaberecht den Einsatz von emissionsarmem Stahl aus Europa gezielt zu fördern.

Im Schienenwegebau ließen sich große Mengen CO₂ einsparen, wenn grüner Stahl aus Deutschland oder der EU verwendet würde, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. Nach seinen Angaben könnten pro Schienenkilometer bis zu 100 Tonnen CO₂ vermieden werden – allein auf der Strecke Hamburg–Berlin wären es rund 33.000 Tonnen.

Auch der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Kai Niebert, betonte die Signalwirkung eines Schienenprojekts mit grünem Stahl für andere Branchen: „Belgien und Frankreich machen vor“, dass der Einsatz bereits heute möglich sei.

Der IGMetallVizevorsitzende Jürgen Kerner forderte verbindliche LocalContentVorgaben, damit öffentliche Investitionen in die Infrastruktur auch der heimischen Stahlindustrie zugutekommen. Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, appellierte an die Regierung, zügig Leitmärkte für emissionsarmen Stahl zu schaffen und öffentliche Vergaben klar auf Nachhaltigkeit auszurichten.

Laut Bündnis müsse der Bund mögliche Mehrkosten beim Bauen durch zusätzliche Finanzmittel ausgleichen. Jeder investierte Euro komme dreifach zurück – durch Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und gesicherte Arbeitsplätze.

EVN