Schwerer Vorwurf gegen ehemaligen Mitarbeiter der Dresdner Parkeisenbahn

Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte wohl ein Verhältnis mit einem 14-Jährigen bei der beliebten Dresdner Ausflugsbahn. Um Missbrauch soll es sich nicht gehandelt haben, trotzdem laufen Ermittlungen.

Er soll von einem 14-Jährigen Nacktbilder gefordert und ihm Pornografie gesendet haben: Gegen einen 29-jährigen ehemaligen Mitarbeiter der Dresdner Parkeisenbahn laufen Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft. Der Fall liegt bereits vier Jahre zurück, wie aus einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft hervorgeht. Der Mann hatte mit dem Jugendlichen demnach über längere Zeit ein sexuelles Verhältnis, das jedoch einvernehmlich gewesen sein soll. Um Missbrauch handelte es sich laut Staatsanwaltschaft nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht.

Der 29-Jährige steht jedoch in Verdacht des Sichverschaffens jugendpornographischer Inhalte und des Verbreitens pornographischer Inhalte. Als er 2022 als saisonal beschäftigter Mitarbeiter bei der Dresdner Parkeisenbahn tätig war, soll er dem damals 14-Jährigen pornografische Inhalte gesendet haben. Der Jugendliche sendete ihm laut Staatsanwaltschaft auf Aufforderung auch Nacktbilder von sich zu. Zu den Vorwürfen äußerte sich der Mann den Angaben nach nicht. Er ist nicht vorbestraft.

Hinweis Mitte September bei Leitung eingegangen

Die Dresdner Parkeisenbahn brachte den Fall eigenen Angaben nach selbst zur Anzeige. Am 17. September habe die Leitung einen Hinweis über die Grenzverletzung erreicht, wie die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) als Betreiber mitteilte. Die Geschäftsführung der SBG, die Verantwortlichen für den Großen Garten und der Leiter der Dresdner Parkeisenbahn hätten alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen.

„Wie in der Vergangenheit auch, zeigen wir null Toleranz gegenüber Personen, die sich nicht an unser Kinderschutzkonzept halten“, sagte SBG-Geschäftsführer Christian Striefler demnach. „Den nun bekannt gewordenen Fall werden wir mit höchster Sorgfalt aufarbeiten.“

2016 Missbrauchsfall bekannt geworden

Die Parkeisenbahn war bereits 2016 in die Schlagzeilen geraten, nachdem der sexuelle Missbrauch eines Jungen publik geworden war. Ein Gutachten zu dem damaligen Fall kam zu dem Schluss, dass es sich um einen gravierenden Einzelfall handelte. Als Reaktion entwickelte die Parkeisenbahn 2016 ein spezielles Schutzkonzept und trennte sich von mehreren Mitarbeitern.

Die Dresdner Parkeisenbahn fährt seit 1950 durch den zentral in Dresden gelegenen Großen Garten. Bei der Ausflugsbahn übernehmen rund 200 Kinder und Jugendliche Aufgaben wie Bahnhofsaufsicht oder Ticketkontrolle, nur Lokführer und Bahnhofsleiter sind Erwachsene.

dpa