Neues Netzwerk drängt auf Elektrifizierung der Strecke Mühldorf–Simbach

Ein neu gegründetes „Europa-Netzwerk-Schiene“ fordert schnellere Fortschritte beim Ausbau der Bahnstrecke Mühldorf–Simbach. Besonders die grenzüberschreitende Verbindung nach Österreich steht im Fokus der Kritik.

Mit der Gründung des „Europa-Netzwerk-Schiene“ (ENS) fordern regionale Vertreter aus Bayern mehr Tempo beim Ausbau der Bahnstrecke Mühldorf–Simbach sowie der grenzüberschreitenden Verbindung nach Braunau in Österreich. Das Netzwerk setzt sich aus Mandatsträgern der Europa-Union sowie regionalen Akteuren aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting zusammen.

Zum Vorsitzenden wurde Walter Göbl gewählt. Er warnte vor einem Scheitern des Projekts, da die Ausbaugeschwindigkeit zwischen Deutschland und Österreich stark auseinanderliege. Während auf österreichischer Seite Fortschritte erzielt würden, fehlten in Deutschland weiterhin zentrale Planungsschritte und Finanzmittel.

Im Fokus steht insbesondere die Elektrifizierung der Strecke sowie deren Einbindung in die geplante Verbindung München–Mühldorf–Simbach–Braunau–Linz–Wien. Diese gilt als Teil eines größeren transeuropäischen Schienenkorridors. Nach Angaben des Netzwerks wird ein erster Planfeststellungsbeschluss für Teilabschnitte in den kommenden Monaten erwartet.

Kritik äußerte das ENS auch an der Bundespolitik. Es fehle an einem klaren politischen Bekenntnis und konkreten Maßnahmen zur Umsetzung des Projekts. Zudem bemängelten Vertreter, dass das Vorhaben bei jüngsten verkehrspolitischen Auftritten führender Politiker keine Rolle gespielt habe.

Das Netzwerk kündigte an, künftig stärker mit regionalen Initiativen zusammenzuarbeiten, um den Ausbau der Strecke voranzutreiben.

EVN