Insider: Milliardenverlust bei der Deutschen Bahn – Probleme im Fernverkehr

Die Deutsche Bahn hat ihren Nettoverlust im Jahr 2025 laut einem Medienbericht auf deutlich über zwei Milliarden Euro ausgeweitet. Hauptgrund sollen Probleme im Fernverkehr sein, darunter anhaltende Verspätungen und Abschreibungen auf die Sparte.

Die Deutsche Bahn hat ihren Nettoverlust im vergangenen Jahr nach Angaben von mit den Zahlen vertrauten Personen auf rund 2,3 Milliarden Euro erhöht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach belasteten insbesondere Probleme im Fernverkehr das Ergebnis des Konzerns. Wegen anhaltender Verspätungen bei ICE-Zügen habe die Sparte eine Abschreibung von etwa 1,4 Milliarden Euro vornehmen müssen, sagten mit den Zahlen vertraute Quellen. Im Jahr 2024 hatte der Nettoverlust der Bahn noch bei rund 1,8 Milliarden Euro gelegen.

Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll sich laut Reuters dagegen auf rund 300 Millionen Euro belaufen haben. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn wollte sich zu den berichteten Zahlen zunächst nicht äußern und verwies auf die Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am 27. März.

Die Bahn investiert derzeit in ein umfangreiches Modernisierungsprogramm für ihr Schienennetz. Zahlreiche stark belastete Strecken werden dabei über Monate vollständig gesperrt, um sie grundlegend zu sanieren.

Gastel: Milliardenverlust zeigt, wie groß die Probleme sind

Kritik kommt aus der Politik. Der bahnpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Matthias Gastel, sieht einen Zusammenhang zwischen dem schlechten Zustand der Infrastruktur, Problemen im Baustellenmanagement und der wirtschaftlichen Lage des Fernverkehrs. Der Milliardenverlust im Fernverkehr zeige, wie groß die Probleme bei der Deutschen Bahn derzeit seien. “Bahnchefin Evelyn Palla muss jetzt dafür sorgen, dass ihr Unternehmen das Netz saniert und zugleich für Klarheit sorgt, wo wann verlässlich gefahren werden kann”, sagte Gastel. Viele Verspätungen seien selbst verursacht, weil beispielsweise Züge nicht ausreichend gewartet würden oder Personal fehle.

EVN