Warnstreik soll Nahverkehr in München und Nürnberg lahmlegen

Am Mittwoch steht der Nahverkehr in München und Nürnberg weitgehend still. Auch Bayreuth, Passau und Dachau sind betroffen. In Bayerns Landeshauptstadt gibt es zudem eine besondere Herausforderung durch ein Fußballspiel.

Die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr gehen in Bayern in die zweite Runde. Für Mittwoch hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter in München, Nürnberg und Bayreuth zu einem ganztägigen Ausstand aufgerufen. Viele Busse, U-Bahnen und Trambahnen werden voraussichtlich stillstehen.

Auch auf den Straßen dürfte es voll werden. S-Bahnen und Regionalbahnen sind nicht vom Warnstreik betroffen, teilweise auch Busse, wenn sie von privaten Dienstleistern im Auftrag der Verkehrsbetriebe gefahren werden.

In München sind laut Verkehrsgesellschaft MVG die Busse bis zur Liniennummer 199 betroffen, dort rechnet sie mit einem stark eingeschränkten Betrieb. Wie am ersten Streiktag wolle man aber alle Linien bedienen, heißt es von dort. Bei den Trambahnen hängt es davon ab, wie viele Mitarbeiter zum Dienst antreten, welche Strecken fahren. Priorität hat dabei die am stärksten genutzte Linie 20.

Besondere Regelung bei der U-Bahn für das Pokal-Viertelfinale

Bei der U-Bahn gibt es wegen des Viertelfinalspiels des DFB-Pokals am Abend, zu dem Zehntausende Besucher erwartet werden, eine besondere Regelung: Sie fährt laut MVG von 17.30 Uhr bis Betriebsschluss zwischen Marienplatz und Fröttmaning, das restliche Netz bleibt außer Betrieb. Zudem gibt es Shuttlebusse zwischen Donnersbergerbrücke und Kieferngarten vor dem Spiel und zwischen Kieferngarten und Karlsplatz (Stachus) nach dem Spiel.

In München gibt es zudem eine weitere Einschränkung: Die S-Bahn ist laut MVG nur stark eingeschränkt in Betrieb. Das liegt allerdings nicht am Warnstreik, sondern an Bauarbeiten zur zweiten Stammstrecke.

Sternförmiger Busverkehr in Nürnberg

In Nürnberg bleiben U-Bahnen und Trams im Depot. Im Fall der U-Bahn betrifft dies auch Fürth. Der reguläre Busverkehr fällt aus. Auf Basis der Nachtlinien soll es aber 16 Buslinien geben, die ab 5.00 Uhr morgens ab Hauptbahnhof starten und bis circa 20.30 Uhr ungefähr halbstündlich, ab 20.30 Uhr stündlich verkehren.

In Bayreuth hat der Warnstreik bereits am Dienstag begonnen. Am Mittwoch fahren den Stadtwerken zufolge nur die Busse der Partnerunternehmen. Auf vielen Linien soll dadurch ein Grundangebot aufrechterhalten werden.

Auch Passau und Dachau sind von Warnstreiks betroffen: In Passau erwartet die Verkehrsgesellschaft, dass ein Großteil der Fahrten ausfällt und es zu erheblichen Einschränkungen im Linienverkehr kommt. In Dachau fallen die sechs Buslinien der Stadtwerke aus.

Es droht Stau

Auch wer mit dem Auto unterwegs ist oder auf es umsteigt, muss am Mittwoch mit Behinderungen rechnen. Bereits frühere Streiktage hätten gezeigt, dass sie zu mehr und längeren Staus führten – auf Autobahnen, Bundesstraßen und auf wichtigen Verkehrsachsen in den Städten, heißt es vom ADAC. Der Verkehrsdatenanbieter TomTom hatte beim ersten Warnstreik der aktuellen Tarifrunde in München vor allem im morgendlichen Berufsverkehr sehr viel höhere Stauwerte gemessen.

dpa / EVN