Verdi beschließt für Hessen neue Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr

Nach einem “Eklat” in der Tarifrunde plant Verdi neue Warnstreiks für den Nahverkehr in Hessen. Wo und wann gestreikt wird, bleibt vorerst offen.

Im Tarifkonflikt der kommunalen Verkehrsbetriebe hat die Gewerkschaft Verdi neue Warnstreiks beschlossen. Das sagte eine Verdi-Sprecherin. Zu den Arbeitsniederlegungen solle es ab der kommenden Woche kommen, wo und wann genau, werde “aus strategischen Gründen” erst später mitgeteilt. Man werde jedoch so rechtzeitig über die Warnstreiks informieren, dass die Fahrgäste sich darauf einstellen könnten.

Zuvor sei es zum Schluss der dritten Verhandlungsrunde am Mittwoch zu einem “Eklat” gekommen, sagte die Sprecherin. Die Arbeitgeber hätten Forderungen auf den Tisch gelegt, die zuvor gar nicht zur Diskussion gestanden hätten, darunter die Streichung einer Aufstockung des Krankengeldes für länger erkrankte Arbeitnehmer.

Am Vorabend hatte die Verdi-Sprecherin zunächst mitgeteilt, dass es trotz ergebnisloser Gespräche vorerst keine weiteren Warnstreiks geben solle. Der Eklat habe sich jedoch danach ereignet, sagte die Sprecherin.

Es geht nicht um die Gehälter

Erst zum Start in die Woche hatte die Gewerkschaft hessenweit mehrere tausend Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr zu einem ganztägigen Warnstreik ab der Frühschicht aufgerufen. Mit dem Ausstand sollte den Forderungen zum Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) Nachdruck verliehen werden.

Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi parallel in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. Bereits am Dienstag waren Arbeitgeber und Gewerkschaft zur dritten Verhandlungsrunde in Hessen zusammengetroffen, die eineinhalb Tage dauerte.

dpa / EVN