Bundesverkehrsminister Schnieder fordert nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz mehr Schutz für Bahnmitarbeiter. Innenminister Dobrindt spricht sich für höhere Strafen aus und die Polizeigewerkschaft für mehr Personal in Zügen.
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Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zu mehr Engagement für die Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen aufgerufen. “Wir müssen gemeinsam mehr tun für den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Züge und Bahnhöfe müssen sicher sein”, sagte Schnieder laut einer Mitteilung.
“Es ist furchtbar, dass ein Kundenbetreuer bei der normalen Ausübung seiner Arbeit ums Leben kommt – getötet durch rohe und sinnlose Gewalt”, so der Verkehrsminister. Er sei entsetzt und fassungslos. Sein Mitgefühl gelte der Familie, den Kolleginnen und Kollegen sowie den Freunden des Getöteten.
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatte ein 26-Jähriger einen 36 Jahre alten Zugbegleiter am Montagabend bei einer Ticketkontrolle in einem Zug angegriffen. Der Bahnmitarbeiter starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Der Tatverdächtige sollte bei der Ticketkontrolle des Zuges verwiesen werden, weil er keinen Fahrschein vorzeigen konnte.
Dobrindt für härtere Strafen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zeigte sich erschüttert von der Tat. Er sagte: “Die steigende Gewalt gegenüber Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes und anderen Dienstleistern wie den Mitarbeitern der Bahn braucht entschiedene Konsequenzen.” Der strafrechtliche Schutz für Mitarbeiter von Dienstleistungsunternehmen wie der Bahn müsse deutlich verschärft, der Strafrahmen ausgeweitet werden.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) sieht dafür keine Notwendigkeit. Sie sagte: “Unser Rechtsstaat kennt auch bei den brutalsten Verbrechen keine Sprachlosigkeit.” Für die Tötung eines Menschen sehe das Strafgesetzbuch schwere Strafen vor. “Meine Gedanken sind bei der Familie des Getöteten – und bei seinen Freunden, seinen Kolleginnen und Kollegen und bei allen, die in ihrem Beruf schon selbst Anfeindungen und Übergriffen ausgesetzt waren”, fügte sie hinzu.
Gewerkschaft der Polizei: Mehr Personal in Zügen
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert mehr Sicherheitspersonal in den Zügen. “Wir erkennen seit langer Zeit die wachsende Kriminalität und Brutalität auch im Bahnbereich”, sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der Rheinischen Post. “Seit Jahren fordern wir die Aufstockung des Personals in diesem Bereich.”
Es sei bekannt, dass auf gewissen Strecken in bestimmten Zeiten Zugbegleiterinnen nicht mehr alleine fahren, da die Gefahr zu groß sei. “Sowohl die Bundespolizei, aber auch die DB Sicherheit müssen hier dringend und zwingend aufgestockt werden. Flächendeckende Streifen zu dritt, durch künstliche Intelligenz unterstützte Kameraüberwachung und klare Befugnisse auch im Bereich der Kontrollen sind nun erforderlich”, betonte Roßkopf.
Der GdP-Vorsitzende Jochen Kopelke forderte zudem schärfere Maßnahmen gegen Straftäter. Es brauche “höhere Strafen, mehr Polizei und schnelle Justiz, aber auch wirksame Veränderung dieser Gewalt in Deutschland”, sagte er dem Nachrichtenportal t-online.
EVN / dpa
