Nach der Wasserstoffzug-Krise – kostenlos fahren mit der Taunusbahn


USINGEN | Fahrgästen im Hochtaunuskreis wurde viel abverlangt, Züge fuhren seltener oder gar nicht. Mit einer Aktion sollen die Kunden zurückgewonnen werden. Der RMV-Chef hofft, dass sie nicht nachtragend sind.

Mit einer bislang einmaligen Freifahrtaktion möchte der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) Kunden nach den Problemen mit den Wasserstoffzügen zurück in die Taunusbahn locken. „Die vergangenen eineinhalb Jahre waren für unsere Fahrgäste eine schwere Zeit“, erklärte der RMV-Geschäftsführer Knut Ringat am Montag in Usingen (Hochtaunuskreis). Kunden dürfen demnach vom 1. April bis zum 31. Mai kostenlos die Strecke zwischen Brandoberndorf und Bad Homburg nutzen sowie mit einigen Zügen nach Frankfurt und wieder zurückfahren. Fahrgäste, die etwa eine Jahreskarte besitzen, erhalten pro Aktionsmonat eine Gutschrift von 49 Euro.

Eine solche Aktion hat es laut Ringat zuvor in der Geschichte des RMV noch nie gegeben. „Es gab aber auch noch nie so einen Leistungseinbruch“, sagte er. Auf der Strecke zwischen Bad Homburg und Brandoberndorf hätte bereits im Dezember 2022 die weltweit größte Flotte an Wasserstoffzügen in Betrieb gehen sollen. Doch von den insgesamt 27 bestellten Zügen wurde nur ein Teil geliefert, der zudem teilweise nicht einsatzfähig war. Erst Ende 2023 meldete der RMV, die Lieferung an Wasserstoffzügen sei nun komplett. Auch mit den Ersatzzügen mit Dieselantrieb hatte es Probleme gegeben, dazu kamen Bauarbeiten.

Wie viele Kundinnen und Kunden der Bahn den Rücken gekehrt haben, ist den Angaben zufolge bislang nicht bekannt. Es seien schon viele, sagte Ringat. „Aber sie sind nicht nachtragend und kommen wieder.“ Die neuen Wasserstoffzüge fahren auch auf den Strecken Königstein–Frankfurt und Bad Soden–Frankfurt. Ihr Einsatz ist zudem für die Linie Friedberg–Friedrichsdorf geplant, der Zeitpunkt für den Start steht bisher nicht fest.


dpa