Zughersteller Stadler baut neues Inbetriebsetzungszentrum in Hennigsdorf


BERLIN / HENNIGSDORF | Bevor ein neuer Zug nach der Montage einsatzbereit ist, muss er geprüft und getestet werden. Das will Hersteller Stadler künftig an einem neuen Standort machen.

Der Zughersteller Stadler baut bis 2027 ein neues Inbetriebsetzungszentrum in Hennigsdorf nahe Berlin. Das kündigte das Unternehmen am Montag an. An dem neuen Standort im Kreis Oberhavel sollen neu montierte Züge getestet und in Betrieb genommen werden, die im Werk in Berlin-Pankow produziert werden.

Das bisherige Zentrum für die Inbetriebnahme von Zügen in Velten – nur wenige Kilometer nördlich von Hennigsdorf – stoße mittlerweile an seine Kapazitätsgrenzen, sagte der Geschäftsführer von Stadler Deutschland Jure Mikolčić. „Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, Hennigsdorf als Standort zu etablieren und dort unser neues Inbetriebsetzungszentrum mit moderner Infrastruktur anzusiedeln.“ Die Kosten betragen bis zu 40 Millionen Euro, wie eine Sprecherin sagte.

Die Arbeiten sollen 2024 beginnen und bis voraussichtlich 2027 dauern. Der bisherige Inbetriebsetzungsstandort Velten wird laut Unternehmen zum Service-Standort etwa für Reparaturen umfunktioniert. Im Werk in Berlin fertigt Stadler Züge aller Art für den deutschen Markt sowie Straßen- und Stadtbahnen für das Ausland.

Der Schweizer Zughersteller Stadler hat in Hennigsdorf im Kreis Oberhavel ein 46.000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft. Dort sollen künftig 128 Menschen arbeiten, wie es in der Mitteilung des Unternehmens hieß. Stadler plane dort 1314 Hallengleismeter und unter anderem Kran- und Grubenanlagen. Für Tests werde im Außenbereich eine 744 Meter lange Gleisanlage entstehen.

Bei der Inbetriebsetzung werden die Funktionen der Züge im Stand und während der Fahrt geprüft, bevor die Fahrzeuge an den Kunden übergeben werden. Die Berliner Verkehrsbetriebe etwa haben neue U-Bahnen bei Stadler bestellt.


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dpa / EVN