Kritische Infrastruktur: Verfassungsschutz warnt vor russischer Sabotage in Deutschland


KÖLN | Mit Fortdauer des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine warnt der Verfassungsschutz vor möglichen Sabotageakten in Deutschland.

Man schätze das „abstrakte Risiko“ von Anschlägen gegen kritische Infrastrukturen als erhöht ein, schreibt das Bundesamt für Verfassungsschutz in einem vertraulichen Papier an die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt (BKA). Darüber berichtet der Spiegel.

Der ungünstige Verlauf des Angriffskriegs könne „ein Trigger“ für Moskau sein, Deutschland mittels Sabotage zu attackieren. Vor allem, wenn solche Angriffe dazu beitragen könnten, die Unterstützung der Ukraine zu beeinträchtigen oder die Bundesregierung schwach erscheinen zu lassen. Als potenzielle Ziele hat der Verfassungsschutz ausgemacht: Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Infrastruktur sowie das Militär. Vor allem mögliche Angriffe auf Stromversorgung, Telekommunikation und Logistik beunruhigen demnach den deutschen Inlandsdienst.

Die Polizei solle etwa auf nachträglich installierte Kameras an Bahnstrecken achten, auf denen Güter in die Ukraine transportiert werden, heißt es. Die Agenten sind auch alarmiert, weil etwa in Polen bereits Kriminelle für eine vereitelte Operation angeheuert worden seien. Die wüssten mitunter noch nicht einmal, für wen sie da arbeiteten. Dieser Modus Operandi sei auch in Deutschland möglich.

Im Oktober 2022 hatten Manipulationen am Bahnnetz zeitweise den Zugverkehr in Norddeutschland zum Erliegen gebracht. Vermutet wurde zunächst ein Sabotageakt, das BKA ermittelte. Am Ende stellte sich heraus: Offenbar waren bloß Metalldiebe am Werk gewesen.


EVN / dts Nachrichtenagentur