Konzept für Erhalt von Bahnlinien im Norden Brandenburgs vorgestellt


POTSDAM / NEURUPPIN | Das Bündnis Schiene Berlin-Brandenburg und Landräte der Region haben ein Konzept zum Erhalt der Bahnstrecken von Kyritz über Pritzwalk bis nach Meyenburg vorgelegt.

Die Zugstrecke, die aktuell von den Regionalbahnlinien RB 73 und 74 bedient wird, ist im aktuellen Entwurf des Brandenburger Landesnahverkehrsplans nicht mehr enthalten. Das hatte in der Region vielfach zu Protesten geführt.

Hans Leister, der frühere Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für das Land Brandenburg, stellte das Konzept am Montag in Potsdam unter das Motto „Verknüpfen und Durchbinden“ vor. Man müsse die Strecke im Gesamtzusammenhang sehen, sagte Leister. Die Verbindung führt über Meyenburg weiter über Plau am See bis nach Güstrow in Mecklenburg. Auf diese Weise könne eine zweite Schienenachse von Berlin bis nach Rostock geschaffen werden, die auch die touristischen Regionen in Mecklenburg an den Berliner Raum anbinde.

Dazu müsse die Strecke moderat ausgebaut werden, sagte Leister. Statt einer Elektrifizierung sollten hier künftig batterie-elektrische Triebwagen eingesetzt werden, wie sie bereits ab 2024 auf Linien im Ostbrandenburg-Netz vorgesehen seien. Die Strecke sollte für eine Geschwindigkeit von 80 bis 120 Kilometern pro Stunde ausgelegt sein, forderte Leister.

Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt (SPD), wandte sich deutlich gegen eine Abbestellung der Verbindung von Kyritz über Pritzwalk nach Meyenburg, wie sie der Nahverkehrsplan-Entwurf derzeit vorsieht. Sein Prignitzer Kollege Christian Müller (ebenfalls SPD) betonte die länderübergreifende Bedeutung der Bahnstrecke.

Bisher führt die Linie RB 73 von Pritzwalk nach Neustadt (Dosse) mit dortigem Anschluss nach Berlin. Die RB 74 bedient den weiteren Streckenabschnitt von Pritzwalk bis Meyenburg. Laut Nahverkehrsplan-Entwurf soll künftig nur noch die Strecke von Neustadt bis Kyritz bedient werden. Der Abschnitt von Kyritz bis Meyenburg soll hingegen zum Fahrplanwechsel im Dezember abbestellt werden.

Müller zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass bis zur Realisierung einer zweiten Achse Berlin-Rostock eine kurzfristige Lösung zum Erhalt der beiden Linien gefunden werden könne. Auch Reinhardt sieht nach den Protesten ein Umdenken bei Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU).


dpa | Foto: Pixabay (Archiv)

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