Berlins SPD-Chef für 9-Euro-Ticket-Nachfolge – Saleh: „Lindner fährt lieber Porsche als BVG“


BERLIN | Berlins SPD-Chef Raed Saleh hat angesichts der immer knapper werdenden Zeit rasche Lösungen für die Nachfolge des 9-Euro-Tickets angemahnt.

„Es ist fünf vor zwölf“, sagte der Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Das Modell habe funktioniert, sich bewährt und sei eine konkrete Entlastung vieler Menschen. „Und es leistet darüber hinaus einen Betrag zum Klimaschutz und zur Mobilitätswende.“

Leider blockiere Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine Nachfolgelösung. „Herr Lindner fährt lieber Porsche als BVG. Er interessiert sich gar nicht für das Thema“, sagte Saleh, der auch Fraktionschef im Abgeordnetenhaus ist. Er sieht daher auch die SPD im Bund in der Pflicht.

„Ich gehe davon aus, dass unsere Mitglieder in der Bundesregierung an einer Lösung arbeiten und Herrn Lindner klarmachen, dass er Juniorpartner ist und nicht die treibende Kraft in der Koalition.“ Die Menschen im Land erwarteten an dieser Stelle Klarheit und Planungssicherheit.

Das bundesweit gültige 9-Euro-Monatsticket für den Nahverkehr ist im August letztmalig zu haben. Die dreimonatige Aktion sollte Pendler angesichts hoher Energiepreise unterstützen und für einen Umstieg vom Auto auf Busse und Bahnen werben. Über mögliche Nachfolgelösungen wird kontrovers diskutiert. Die Berliner SPD wirbt schon länger für ein 365-Euro-Jahresticket, was im Monat rund 30 Euro kosten würde.


dpa | Foto: SPD Berlin (Archiv)