Deutsche Bahn: Längere Planung für Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung


ERFURT | Die Deutsche Bahn rechnet bis Ende 2030 mit dem Abschluss des Ausbaus der Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Weimar und Gößnitz.

Durch die zeitgleiche Planung der Elektrifizierung und des zweigleisigen Ausbaus der Strecke ergeben sich neue naturschutzrechtliche Auflagen, wie die Bahn am Freitag mitteilte. So verlängere sich das ursprünglich allein für die Elektrifizierung kalkulierte Planfeststellungsverfahren von 18 auf 24 Monate.

Ungeachtet dessen prüfe die Bahn aber fortlaufend Möglichkeiten, die eine frühere Inbetriebnahme zulassen, hieß es. Der Bund hatte im Februar die Wirtschaftlichkeit der knapp 600 Millionen Euro teuren Elektrifizierung bestätigt und damit die Finanzierung zugesagt. Für die Elektrifizierung ist der Neubau einer Bahnstromleitung erforderlich, um die Strecke an das vorhandene Bahnstromnetz anzuschließen. Ein Beschluss zum möglichen Trassenverlauf wird noch vor dem Sommer erwartet.

Mit dem Ausbau des 115 Kilometer langen Abschnitts der Mitte-Deutschland-Verbindung kann die bestehende Fernverkehrslinie vom Ruhrgebiet nach Gera künftig durchgehend elektrisch betrieben und bis nach Chemnitz verlängert werden. Die bislang erforderlichen Lokwechsel in Gotha entfallen.

„Züge können künftig schneller, leiser und umweltfreundlicher fahren“, sagte der DB-Konzernbevollmächtigte für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Martin Walden. Gleichzeitig profitiere die Wirtschaft von einer besseren Anbindung des westsächsischen Raums an die Regionen Mittelthüringen, Rhein/Main und das Ruhrgebiet.

Die Bahn hatte am Freitag die Mitglieder des parlamentarischen Lenkungskreises über den Stand der Planungen informiert. In dem Gremium sind neben der Bahn auch der Freistaat Thüringen, die Städte entlang der Strecke sowie die Region vertreten.


dpa | Foto: EVN
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