Rail Capacity Broker soll kleine Sendungen auf die Schiene bringen

Eine neue Plattform soll den Zugang zu freien Kapazitäten im Schienengüterverkehr erleichtern. Der Rail Capacity Broker verknüpft bestehende Zugnetzwerke verschiedener Anbieter und berechnet daraus Transportoptionen für einzelne Güterwagen und Wagengruppen.

Der Einzelwagenverkehr in Europa steht vor Herausforderungen, während zugleich der Bedarf an flexiblen Transportmöglichkeiten für kleinere Sendungen auf der Schiene wächst. Die neutrale Plattform Rail Capacity Broker soll hier eine Lösung anbieten – entwickelt vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, Rail-Flow und Captrain Deutschland.

Die Plattform bündelt laut Mitteilung freie Kapazitäten bestehender Verkehre in einem virtuellen Netzwerk und berechnet daraus passende Transportoptionen. Anbieter können ihre Relationen, Zwischenhalte, freien Kapazitäten und Kompetenzen hinterlegen, während Kunden konkrete Verbindungen anfragen können.

Ein Algorithmus soll die Zugnetzwerke verschiedener Anbieter kombinieren und geeignete Routen für einzelne Güterwagen oder Wagengruppen ermitteln. Preise und Transportverträge würden weiterhin direkt zwischen den beteiligten Partnern vereinbart; der persönliche Austausch solle durch Kontaktdaten und eine Chatfunktion unterstützt werden.

Nach Angaben von Captrain soll die Plattform vorhandene Kapazitäten besser auslasten und den Zugang zu Transportangeboten für kleinere Sendungsgrößen erleichtern. Dadurch könnten Rangieraufwände reduziert und zusätzliche Transportwege erschlossen werden. Das Projekt wird laut Mitteilung vom Bundesministerium für Verkehr im Rahmen des Bundesprogramms Zukunft Schienengüterverkehr (Z-SGV) gefördert und läuft bis Juni 2027.

EVN