S-Bahn München 2025 etwas pünktlicher – häufige Verspätungsursache bleibt Infrastruktur

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft meldet für 2025 leicht bessere Werte bei Pünktlichkeit und Zugausfällen der S-Bahn München – sieht jedoch weiterhin strukturelle Probleme.

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Nach Angaben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) hat sich die Zuverlässigkeit der S-Bahn München im Jahr 2025 moderat verbessert. Die Pünktlichkeitsquote stieg auf 87,9 Prozent, während die Zugausfallquote auf 8,4 Prozent sank. Dennoch blieb eine nachhaltige Trendwende aus.

Im Jahresverlauf verschlechterte sich die Pünktlichkeit deutlich: Nach Werten von bis zu 94,5 Prozent im Frühjahr fiel sie im Herbst zeitweise auf 80,5 Prozent ab. Hauptursachen waren laut BEG eine störanfällige Infrastruktur, zahlreiche Baustellen sowie Langsamfahrstellen und Signalstörungen.

Minister: Lichtblicke, aber noch nicht der große Wurf

„Das sind ein paar Lichtblicke, aber noch nicht der große Wurf und auch noch nicht die erhoffte Trendumkehr“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter laut Mitteilung. „Wir wollen aber, dass die S-Bahn München wieder Pünktlichkeitswerte wie in den 2010er-Jahren mit um die 93 bis 94 Prozent erreichen kann. Das wird für den neuen Münchner S-Bahn-Chef Matthias Glaub eine Herkulesaufgabe.“

Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, ergänzte: „Die Zuverlässigkeit der Münchner S-Bahn ist noch lange nicht wieder dort, wo sie sein soll. Aufgrund der durchaus wirksamen Gegenmaßnahmen der DB hatten wir uns eigentlich eine bessere Jahresbilanz erhofft, sind aber dann in der zweiten Jahreshälfte leider stark ernüchtert worden. Das bereitet mir schon erhebliche Sorge.“

Künftiger S-Bahn-Chef: Mit der Pünktlichkeit nicht zufrieden

Glaub, bisher S-Bahn-Chef in Stuttgart, tritt zum 1. Mai die Nachfolge von Heiko Büttner an, der Chef der Berliner S-Bahn wird. Glaub betonte nach der Veröffentlichung der Bilanz für 2025, man sei „mit der Pünktlichkeit nicht zufrieden“. Die leichte Verbesserung zeige aber, dass Änderungen wie die Aufteilung der Linie S7 und flexiblere Abfahrtszeiten auf der Stammstrecke wirken. Man werde weiter an allen Stellschrauben drehen, „die in unserem Einflussbereich liegen“, sagte Glaub. „Klar ist aber auch: Für einen nachhaltigen Pünktlichkeitsschub braucht es eine leistungsfähige Infrastruktur.“

Infrastrukturelle Probleme oft Verspätungsursache

Für den Großteil der Verspätungen waren infrastrukturelle Probleme verantwortlich, während Bauarbeiten der DB InfraGO den größten Anteil an Zugausfällen ausmachten. Auch die hohe Auslastung des Netzes erschwert eine schnelle Stabilisierung nach Störungen.

Unterschiede zeigten sich zwischen den Linien: Während einzelne Streckenabschnitte hohe Pünktlichkeitswerte erreichten, lagen andere deutlich darunter. Maßnahmen wie die Wiedereinführung der S5 und strukturelle Anpassungen im Netz wirkten sich teilweise positiv aus.

Die BEG betont, dass für eine nachhaltige Verbesserung vor allem eine zuverlässigere Bahninfrastruktur erforderlich sei. Gleichzeitig verweist sie auf erste Fortschritte bei der Reduzierung externer Störfaktoren.

EVN